Der Ulmer Islamist Attila Selek soll als Mitglied der sogenannten Sauerlandgruppe die Zünder für geplante Bombenanschläge in Deutschland besorgt haben. Selek soll nach Verbüßung seiner Haft in die Türkei abgeschoben werden. Von Michael Ruddigkeit Von Michael Ruddigkeit

Ulm Anfang März war Attila Selek am Oberlandesgericht Düsseldorf wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung zu einer Haftstrafe von fünf Jahren verurteilt worden. Er soll als Mitglied der sogenannten Sauerlandgruppe die Zünder für geplante Bombenanschläge auf amerikanische Einrichtungen in Deutschland besorgt haben. Nach dem Willen der baden-württembergischen Landesregierung soll Selek nach Verbüßung seiner Haft in die Türkei abgeschoben werden.
Das Ausländeramt der Stadt Ulm hat dem 34-Jährigen zwischenzeitlich die deutsche Staatsangehörigkeit entzogen. Das bestätigte gestern Behördenleiter Roland Oed. Die Verfügung sei jedoch noch nicht rechtskräftig, da Selek Widerspruch eingelegt habe. Derzeit prüfe das Regierungspräsidium Tübingen die Angelegenheit. Als Begründung für den Entzug der Staatsbürgerschaft nennt das Ausländeramt "arglistige Täuschung" durch Selek. "Er hat während seines Einbürgerungsverfahrens Dinge verschwiegen, die er hätte sagen müssen", sagte Roland Oed.
Selek hatte 2004 seine Einbürgerung beantragt, im April 2005 erhielt er die deutsche Staatsbürgerschaft. Damals lief allerdings ein Ermittlungsverfahren der bayerischen Polizei gegen ihn, das er bei seinem Antrag verschwiegen haben soll. Auch hatten Landeskriminalamt und Verfassungsschutz bereits Hinweise auf die Nähe Seleks zur Ulmer Islamistenszene.
Im Multikulturhaus in Neu-Ulm sowie im Islamischen Informationszentrum in Ulm soll Selek dem Kopf der Sauerland-Gruppe, dem deutschen Konvertiten Fritz Gelowicz aus Böfingen, begegnet sein.
Roland Oed räumt ein, dass der Entzug der deutschen Staatsbürgerschaft ein ungewöhnlicher Vorgang ist: "Seit ich hier bin, hat's das bei uns noch nicht gegeben."
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