Neu-Ulm/Vöhringen Mit lebensgefährlichen Unterkühlungen hat ein Fußgänger gestern den seit Sonntagmittag vermissten Behinderten aus Ulm-Wiblingen in einem Wald bei Vöhringen gefunden. Der 37-Jährige wurde in eine Klinik gebracht.
Angesichts der anhaltenden Kältewelle mit teils zweistelligen Minusgraden glich die Suche nach dem Bewohner des Behindertenheims Tannenhof einem Wettlauf mit der Zeit: Neben einem Großaufgebot der Polizei und einem Polizeihubschrauber waren am Sonntag 26 ehrenamtliche Helfer der Rettungshundestaffeln Ulm, Donau-Iller, Heidenheim, Mittlerer Neckar, Rems-Murr sowie Orsenhausen im Einsatz, um den Vermissten mit ihren Suchhunden aufzuspüren. Auch am Montag suchte ein Polizeihubschrauber die Umgebung von Wiblingen ab, Kräfte der Bereitschaftspolizei wurden für die Suche am Boden zusammengezogen.
Die Polizei hatte am Sonntag die Öffentlichkeit um Unterstützung gebeten. Mehrere Hinweise überprüften die Beamten ohne Erfolg.
Mitten in einem Wald bei der A7-Anschlussstelle Vöhringen entdeckte ein Fußgänger dann am Montag gegen 11 Uhr einen unterkühlten Mann. Er brachte ihn zu einer nahen Firma. Danach wurde der lebensgefährlich Unterkühlte vom Bayerischen Roten Kreuz in Illerberg versorgt und in eine Klinik gebracht. Ermittlungen der Polizeiinspektion Illertissen und der Ulmer Polizei haben inzwischen gezeigt, dass es sich um den seit Sonntag vermissten Behinderten aus Wiblingen handelt.
Polizei will klären, wer für den Ausflug verantwortlich ist
Die Polizei geht nun nach eigenen Angaben der Frage nach, wie es geschehen konnte, dass sich der behinderte Mann aus dem Wiblinger Wohnheim unbeaufsichtigt auf die lebensgefährliche Wanderung durch den eiskalten Wald begeben konnte. Es stelle sich die Frage, ob möglicherweise Aufsichtspflichten verletzt wurden.
Wolfgang Jürgens, Sprecher der Ulmer Polizei, geht davon aus, dass der Mann die Nacht im Freien verbracht hat – bei bis zu minus 20 Grad Kälte. Das Heim ist je nach Route mindestens 15 Kilometer von der Stelle entfernt, an der der Mann gefunden wurde. Laut Polizei gibt es Grund zur Hoffnung, dass der 37-Jährige seine schwere Unterkühlung ohne größere Folgeschäden überleben werde.