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Roggenburg
16.08.2013

Vier Heilige machen die Runde

Pater Johannes segnete vor der Prozession die heiligen Leiber – auf dem Bild die Gebeine des frühchristlichen Märtyrers Venantius.
Foto: Manfred Deger

900 Gläubige haben an der Prozession zum Roggenburger Leiberfest teilgenommen. Diese gibt es schon seit fast 300 Jahren.

Etwa 900 Gläubige waren zum Roggenburger „Leiberfest“ gekommen. Einmal im Jahr, an „Mariä Himmelfahrt“, nimmt man die bekleideten Gebeine der aus den römischen Katakomben stammenden frühchristlichen Märtyrer Venantius, Valeria, Laurentia und Severina aus ihren Altarschreinen in der Roggenburger Klosterkirche heraus. In feierlicher Prozession werden sie um die Kirche und das Kloster getragen. Im Volksmund wird dieser kirchliche Festakt am Himmelfahrtstag auch „Leiberfest“ genannt.

„Ob das wirklich die echten Gebeine dieser Märtyrer sind?“ Das wird Pater Rainer Rommens, der Prior des Klosters des Öfteren gefragt, seit in einem anderen Kloster die Gebeine eines zweiten Märtyrers „Venantius“ aufgetaucht sind. „Unter den frühen Christen in Rom gab es wahrscheinlich mehrere Menschen dieses Namens, die für ihren Glauben den Märtyrertod gestorben sind. Sie alle wurden nicht von der Kirche heilig gesprochen, sondern vom Volk als Katakombenheilige bezeichnet“, meinte er zur NUZ auf die Frage nach der Echtheit der Reliquien. Die Gebeine seien keine Wunder wirkenden Kostbarkeiten. Sie seien für uns heute ein öffentliches Zeugnis auf die direkte Verbindung der Kirche mit der Urkirche der Apostel, den Heiligen und den frühchristlichen Märtyrern. Und sie erinnerten daran, dass die Kirche auch im Untergrund lebendig bleibe, so Pater Rainer.

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