Elchingen In den Augen von Georg Honold, der Betreiber des Windrades bei Seligweiler, ist der sogenannte Growian „absolut rentabel“. Vor dem Elchinger Gemeinderat hatte er im Dezember 2011 betont: „Die Windgeschwindigkeiten am dortigen Standort sind auf jeden Fall ausreichend.“ Der TÜV Süd behauptete damals das Gegenteil und bleibt auch jetzt weiter dabei: Die Windstärke sei zu schwach, um bei Seligweiler ein Windrad zu betreiben.
Dieses Gutachten zur Ausweisung von Vorranggebieten für Windenergie dient dem Regionalverband Donau-Iller als gesetzliche Grundlage zum Eintrag eines Standortes in den Katalog zur Windenergienutzung im Einzugsgebiet. Schon in der Dezembersitzung hatte sich Elchingens 2. Bürgermeister Konrad Dehm (CSU) gewundert, „dass der TÜV Süd die Wirtschaftlichkeit eines Windrades am Standort Elchingen besser beurteilen kann, als der Betreiber der Anlage, der am gleichen Standort zu weiteren Investitionen bereit ist“. Der Gemeinderat hatte damals vermutet, dass in den TÜV-Berechnungen der durch einen Rotorbruch verursachte, monatelange Stillstand des Elchinger Growian nicht berücksichtigt worden sei.
Die Zeit der Energiewende nicht erkannt
Dem widersprach nun der TÜV Süd in einem mehrseitigen Schreiben an die Gemeinde. Die Windhäufigkeitszahlen seien sehr wohl unter Berücksichtigung der Stillstandzeiten errechnet worden. Damit bleibt es dabei, die Gemeinde Elchingen, die in Seligweiler einen Windpark mit drei Windrädern plante, darf keine weiteren Vorrangflächen ausweisen und keine weiteren Konzessionen vergeben.
„Auch in diesem Schreiben wird ein funktionierendes und rentables Windrad nicht als Berechnungsgrundlage einbezogen. Das ist mehr als sonderbar. Der Regionalverband scheint die Zeit der Energiewende noch nicht erkannt zu haben“, kritisierte Dr. Reinhard Rotermund (UFWG) den abschlägigen Regionalverbandsentscheid.
„Ich kann nur den Kopf darüber schütteln, dass man solche Flächen anbieten muss wie Sauerbier“, ärgerte sich Manfred Bittner (Die Eule).
Karl Mayer (CSU) schlug vor, bei Bekanntgabe der Erlaubnis für Vorrangflächen im nahe gelegenen Göttingen die Erlaubnis für die Elchinger Flächen erneut zu beantragen. Die Gemeinde könnte selbst Flächen ausweisen und dann ein Gegengutachten erstellen lassen, schlug Konrad Dehm (CSU) vor.
Wird das Gutachten vom Regionalverband anerkannt?
Ob dieses zwischen 30000 und 40000 Euro kostende Gutachten vom Regionalverband anerkannt würde, konnte aber niemand im Gemeinderat mit Sicherheit sagen. (mde)