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Andrang: Wenn ich groß bin, dann werde ich...

Andrang

Wenn ich groß bin, dann werde ich...

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    Früh übt, sich wer die Geräte der Löschkräfte später einmal bedienen will.
    Früh übt, sich wer die Geräte der Löschkräfte später einmal bedienen will.

    Pfaffenhofen Wenn es auf der Landstraße kracht, zählt oft jede Sekunde: Bei Unfällen sind die Feuerwehrleute meist zuallererst zur Stelle – sie müssen die Verletzten möglichst schnell aus den Fahrzeugen befreien, die Zeit drängt. Eine wichtige Aufgabe, die auf großen Einsatzwillen baut: Ohne viele Stunden ehrenamtliche Arbeit liefe bei der Feuerwehr gar nichts. Deshalb brauchen die Löschkräfte stets engagierten Nachwuchs. Die Pfaffenhofener Feuerwehrleute brauchen sich über mangelndes Interesse keine Sorgen zu machen. Sie haben eine große Fangemeinde. Dies wurde nun bei einem Tag der offenen Tür deutlich. Der Berufswunsch vieler kleiner Besucher war jedenfalls schon klar vorgegeben. „Bei einem schwereren Unfall bleibt den Rettungskräften extrem wenig Zeit“, erklärt Matthias Stölzle, Kommandant der Feuerwehr Pfaffenhofen. Innerhalb einer Stunde nach dem Unfall sollte der Verletzte im Krankenhaus behandelt werden. Diese Stunde, unter Rettern auch „golden hour“ genannt, gilt als Daumenregel – denn bei schweren Verletzungen sinkt mit verstreichender Zeit die Überlebenswahrscheinlichkeit aufgrund des erlittenen Schocks. Die technischen Geräte müssen deshalb so schnell wie möglich zum Einsatz kommen.

    Karte gehört in jedes Auto hinter die Sonnenblende

    Die Pfaffenhofener Wehr setzt hier auch auf die „Rettungskarte“, die nach Ansicht von Kommandant Stölzle in jedes Auto hinter die Sonnenblende auf die Fahrerseite gehört (siehe Kasten). Ob in einem Auto eine Karte ist, wissen die Einsatzkräfte meist durch einen Aufkleber an der Windschutzscheibe. „Wenn nicht, dann sehen wir auf jeden Fall nach, ob es eine Rettungskarte gibt“, sagt Stölzle. Die Bürger können sich diese Karte selbst aus dem Internet herunter laden und ausdrucken. Der Aufkleber ist bei der Feuerwehr oder Geschäftsstellen des Allgemeinen Deutschen Automobilclubs (ADAC) erhältlich.

    Bei einem Tag der offenen Tür der Feuerwehr Pfaffenhofen war die Rettungskarte ein echter „Renner“ bei den Gästen. Die Besucher konnten die Karte für ihr Fahrzeugmodell ausdrucken lassen und gleich mitnehmen. „Als wir am Abend noch live eine Unfallrettung aus dem Auto vorgeführt haben, hatten wir trotz des strömenden Regens sehr viele Zuschauer“, erzählt Stölzle. Die Notwendigkeit der Rettungskarte wurde dabei vielen deutlich: „Von den Zuschauern ist keiner ohne Karte heimgegangen“, so der Kommandant.

    Neben der Unfallrettung zeigten die Wehrler auch einiges zur Brandbekämpfung. Sowohl eine beeindruckende Fettexplosion als auch die Personenrettung im künstlich verrauchten Treppenhaus des Feuerwehrhauses waren für große und kleine Besucher höchst interessant. „Das verglaste Treppenhaus ist wie ein Schaufenster, da kann man genau sehen, wie unsere Leute mit den schweren Atemschutzanzügen vorgehen und sich bewegen“, so Stölzle. Auch die Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz, mit dem sich die Feuerwehr in Pfaffenhofen ein Grundstück teilt, konnte hier demonstriert werden: Die „verletzte“ Person wurde gleich vor Ort von den Sanitätern mit einem sogenannten Cat-System, einer Art Mieder, die zum Schutz vor Wirbelsäulenverletzungen umgeschnallt wird, geborgen.

    Aufnahmestopp für Jugendliche vor Kurzem aufgehoben

    Die Pfaffenhofener Löschkräfte haben viele kleine Sympathisanten: Die Kinder des Kindergartens St. Monika hatten ein Lied zum Thema Feuerwehr vorbereitet und fuhren mit Helmen, roten Bobby Cars und „Tatütata“ auf die Bühne.

    Die Nachwuchsförderung funktioniert bei der Pfaffenhofener Wehr bisher wie von selbst: 25 jugendliche Mitglieder stehen in ihren Reihen. Der Andrang in der Jugend war in den vergangenen Jahren sogar so stark, dass ein Aufnahmestopp verhängt werden musste, sagt Kommandant Stölzle. Mittlerweile wurden einige der Jugendlichen jedoch in den aktiven Dienst übernommen, sodass interessierte Jugendliche ab zwölf Jahren seit Kurzem wieder aufgenommen werden können. „Es dürfen sich auch gerne Mädchen melden“, meint Stölzle und fügt mit einem Schmunzeln hinzu: „Die bunte Mischung macht’s, auch bei der Feuerwehr.“

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