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Serie (7): Wo der Teufel auf der Goldkiste hockt

Serie (7)

Wo der Teufel auf der Goldkiste hockt

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    1000 Jahre sind ein Tag: Mehrere Zentimeter einer Erdschicht weisen jeweils Funde aus mehreren Tausend Jahren auf (links), rechts im Bild: ein Hyänenzahn aus der Eiszeit, der in der Stadelhöhle gefunden wurde.
    1000 Jahre sind ein Tag: Mehrere Zentimeter einer Erdschicht weisen jeweils Funde aus mehreren Tausend Jahren auf (links), rechts im Bild: ein Hyänenzahn aus der Eiszeit, der in der Stadelhöhle gefunden wurde. Foto: Fotos: Hub

    Höhlen faszinieren: Sie waren Wohnstätten der Eiszeitmenschen. In Höhlen entstand der erste Ausdruck von Kunst und Kultur. Die frühesten figürlichen Darstellungen, die Archäologen bisher entdeckten, wurden vor etwa 30000 Jahren in den Höhlen um Ulm geschaffen. Für geologisch Interessierte sind die Höhlen der Region als Reisen durch die Erdgeschichte spannend. Während der Sommerferien stellt die NUZ ihren Lesern Höhlen der Region als Ausflugsorte vor.

    Lindenau Im Hohlenstein bei Lindenau sitze in der elften Kammer der Stadelhöhle der Teufel auf einer Goldkiste, sagt eine alte Sage. Wer sich dieses Gold holen will, muss in der siebten Kammer, der letzten Nische der Großen Halle, mit seinem Blut einen Vertrag mit dem Teufel unterzeichnen, in dem er ihm sich selbst überschreibt.

    Die Stadelhöhle, von vielen Sagen umrankt, ist die wohl geheimnisvollste der Höhlen des Geoparks Schwäbische Alb und eine der weltweit wichtigsten steinzeitlichen Fundstätten, der Wissenschaft bisher nicht zu lösende Rätsel aufgebend: bislang einzige Fundstelle eines Neandertalerknochens in Südwestdeutschland (an dem 2008 in Leipzig ein Projekt zur Entschlüsselung des Neandertalererbguts erprobt wurde. Das Ergebnis aus dem vergangenen Jahr: Ein bisschen Neandertaler steckt in uns allen – ein bis vier Prozent der DNA der Menschen von heute ist mit der des Neandertalers identisch), Fundort des weltweit einzigartigen „Löwenmenschen“, einer Mammutelfenbein-Statue, deren Funktion in der jüngeren Altsteinzeit ungeklärt ist.

    Die Stadelhöhle zog bereits in der mittleren Altsteinzeit Menschen an. Der moderne Mensch, der vor etwa 40000 Jahren in der Region auftauchte, nutzte die Stadelhöhle dann wohl eher als Kult- und später als Begräbnisort. Da erscheinen die Menschen des 16. Jahrhunderts, die den Eingang zur Stadelhöhle vermauerten, schon sehr nahe an unserer Zeit – sie errichteten eine Mauer, um „viele böse Buben und sonst verdächtige Personen“, Dieben und Räubern, denen der Hohlenstein als Unterschlupf diente, von der Höhle abzuhalten.

    50 Meter tief geht es in den Stein hinein

    Etwa 50 Meter tief ragt die Stadelhöhle, größte und wohl schönste der Lonetal-Höhlen, in den Fels des Hohlensteins-Massivs. Ihre noch tiefere Nebenhöhle, die Bärenhöhle, heißt so, weil in ihr etwa hundert Schädel eiszeitlicher Höhlenbären und zahlreiche Skelettknochen entdeckt wurden – sie dürfte ein bevorzugter Aufenthaltsort dieser riesigen Tiere gewesen sein. Für heutige Höhlenbesucher scheint die Stadelhöhle ein Ort zu sein, der die Fantasie anregt: Kohlezeichnungen kleiner Steinzeitmenschlein im Eingangsbereich zeugen von einer „Höhlenmalerei“ jüngsten Datums, deren Spuren aber das Wetter rasch wieder verwischt.

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