Weißenhorn/Landkreis Bisher ist sie die einzige ihrer Art im Landkreis Neu-Ulm. Geht es nach dem Regionalverband Donau-Iller, sollen der Windkraftanlage bei Seligweiler aber bald weitere folgen. Bei der Sitzung des Kreisverbands Neu-Ulm des Bayerischen Gemeindetag in Weißenhorn warb Markus Riethe, der Direktor des Regionalverbandes, für das Vorhaben, die Windkraft in der Region voranzutreiben. Der neue Regionalplan Donau-Iller sieht vor, mindestens zehn Prozent des Strombedarfs durch Windenergie zu decken. „Ein deutlicher Eingriff in die Landschaft der Region ist dabei unvermeidbar“, sagte Riethe.
Entlang der Roth befinden sich geeignete Standorte
Grundlage ist eine Studie des TÜV. Die Untersuchung hat in der Region mehrere geeignete Standorte ausgemacht: Westlich der Stadt Weißenhorn entlang der Roth und rund um Roggenburg könnten Anlagen errichtet werden. Noch vielversprechender ist nach Riethe die Gegend bei Buch, zwischen Altenstadt und Kellmünz sowie Babenhausen und Oberschönegg. Rund um Neu-Ulm und Ulm herrsche dagegen meist Flaute. Bereits im Juli haben alle Kommunen einen Brief vom Regionalverband bekommen, mit der Bitte, geeignete Gebiete vorzuschlagen.
In Pfaffenhofen informierte Bürgermeister Josef Walz bereits die Markträte in einer Sitzung über mögliche Pläne. Vier bis fünf Windanlagen könnten auf einem etwa 55 Hektar großen Gelände zwischen Pfaffenhofen, Beuren und Raunertshofen errichtet werden. Die Kosten lägen bei drei bis vier Millionen Euro pro Rad. Konkrete Pläne zum Bau der Anlage beschlossen die Markträte allerdings nicht. In Weißenhorn stand das Thema noch nicht auf der Tagesordnung der Stadträte. Die geeigneten Gebiete liegen auch eher in Richtung Roggenburg. Hier sprach Bürgermeister Franz-Clemens Brechtel das Thema in der Bürgerversammlung an. Nach der TÜV-Studie befinden sich Anlagen im Stoffenrieder Forst bei Unteregg, im Unterroggenburger Wald bei Rennertshofen und Meßhofen. Ein paar Bürger gaben zu bedenken, dass große Windräder einen Schatten werfen und Lärm verursachen.
Nach Riethe werden die Bedenken der Bürger genau beachtet. Der neue Plan sehe vor, alle Windanlagen mindestens 800 Meter entfernt von Wohngebieten zu errichten. Zudem eigneten sich nur rund zwei Prozent der Fläche in der Region zum Aufbau der Anlagen. Gemäß dem Energiekonzept können dort 493 Windanlagen errichtet werden. Insgesamt erzeugte sie 1495 Gigawattstunden Strom, was einem Verbrauch von 21 Prozent des gesamten Bedarfs im Donau-Iller-Raum entspreche. Der Direktor des Regionalverbandes möchte im Frühjahr 2013 den neuen Plan fertigstellen.
Auf der Tagesordnung des Gemeindetags stand aber auch noch ein weiteres Projekt, das den ganzen Landkreis betrifft. Roswitha Nodin, Vorsitzende des Hospizfördervereins Illertissen, präsentierte das in Illertissen geplante stationäre Hospizhaus. Hier sollen Menschen mit unheilbaren Krankheiten versorgt werden, für die im Krankenhaus nichts mehr getan werden kann. Das Kolleg der Schulbrüder stellt dem Förderverein das Benildhaus in Illertissen zur Verfügung. Insgesamt soll das Hospiz acht Betten haben. Landrat Erich Josef Geßner sagte: „Das ist keine Einrichtung für Illertissen, sondern eine Einrichtung für den ganzen Landkreis.“
Nodin rechnet mit Umbaukosten von 1,5 Millionen Euro. Sie hofft auf Unterstützung vom Land Bayern, den Gemeinden und Spendern.
Mehr Sorgen bereiten der Vereinsvorsitzenden allerdings die Kosten, die für den Unterhalt des Hospizes anfallen.
Um für die Patienten Geld von der Krankenkasse zu bekommen, muss die Einrichtung mit dem Krankenkassenverband einen sogenannten Versorgungsvertrag abschließen. Der Verband hat dies aber vorerst abgelehnt, da er ein Hospiz im benachbarten Günzburg errichten lassen möchte. Im Dezember haben die Vereinsmitglieder nun einen Termin, um im bayerischen Gesundheitsministerium für ihr Projekt zu werben.