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Stadtentwicklung: Wohnen im Webereipark

Stadtentwicklung

Wohnen im Webereipark

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    Was wird aus dem ehemaligen Gelände der Spinnerei und Weberei in Ay? Die Stadtverwaltung hat dazu drei Gutachten in Auftrag gegeben.
    Was wird aus dem ehemaligen Gelände der Spinnerei und Weberei in Ay? Die Stadtverwaltung hat dazu drei Gutachten in Auftrag gegeben. Foto: Fotos: Roland Furthmair

    Senden Die Stadtentwicklung in Senden schreitet voran. Nach der „Halde“ ist es das ehemalige Gelände der Spinnerei und Weberei Pfersee in Ay, das seit Mitte ’90 im Besitz der Stadt ist, in Angriff genommen werden soll. Auf historischem Boden – zwischen Aufstieg und Niedergang des einst größten Arbeitgebers in Senden liegen rund 150 Jahre – ist das neue Baugebiet geplant. Es ist fast 73000 Quadratmeter groß. Wohnen im Webereipark – dazu hat die Verwaltung drei Gutachten in Auftrag gegeben.

    Eine neue, kontrolliert fließende Wasserfläche stellt das Rückgrat einer öffentlichen Grünfläche mit Bänken, Sitzterrassen und familienfreundlichen Uferzonen dar, so stellt sich Architekt Dieter Heiler das neue Domizil für mehr als 500 Einwohner vor. Aus seiner Sicht erscheint es nicht sinnvoll, das Gebäude wirtschaftlich zu sanieren. Denn der Zustand der ehemaligen Weberei habe sich in den vergangenen zehn Jahren ziemlich verschlechtert. Erhalten und einer anderen Nutzung zugeführt werden soll das Ensemble um das Wasserkraftwerk: der hohe Kamin könnte so als Aussichtsturm mit Aufzug und Plattform in 30 Meter Höhe genutzt werden, das Kesselhaus als Gemeinschaftshaus und Café, die Schlosserei und Schreinerei als Jugendzentrum und Quartiers-Werkstatt. Der Seniorentreffpunkt, der sich reger Nachfrage erfreut, würde sich mit einem Seniorenzentrum, in dem es ein Pflegeheim sowie betreutes Wohnen gibt, gut ergänzen, so der Architekt in dem Gutachten. Über 100 Menschen sollte es beherbergen. Der Verkehr soll nur noch im Schritttempo rollen dürfen. Es wird eine Zufahrtsberechtigung vorgeschlagen, Besuchern stehen Parkplätze entlang der Illerwehrstraße, Dillmannstraße und Illerstraße zur Verfügung.

    Kulturzentrum in der alten Produktionshalle

    Das Büro „f64 architekten“ spricht sich für die Schaffung eines kulturellen Zentrums in der alten Produktionshalle mit 7500 Quadratmetern Fläche aus: Bistro-Café mit Kleinkunstbühnen, Museumsflächen als städtische Galerie oder Webereimuseum, Räume für Vereine, Stadtarchiv, Fitnessstudio, Indoor-Kinderspielplatz, Kindergarten und Lofts im mittleren beziehungsweise südlichen Teil des Gebäudes. Außerdem ist eine Wohnbaufläche entlang der Illerstraße für 350 Einwohner geplant (13800 Quadratmeter).

    Das Büro „hiendl.schieneis.architekten“ regt in der Variante 1 die öffentliche Nutzung des nördlichen Teils mit griechischem Verein, Seniorentreff und einem neuen Kulturzentrum an. Ein Jugendzentrum könnte entlang der Dillmannstraße entstehen, eine Museumsnutzung in der alten Produktionshalle. Auf der südlichen Restfläche wird eine Wohnbebauung vorgeschlagen mit 45 Parzellen für 200 bis 300 Einwohner. Die Variante 2 sieht den Abbruch der alten Produktionshalle und die Ausweisung eines Existenzgründerzentrums zum Seniorentreff hin vor sowie Wohnbauflächen für bis zu 400 Einwohner.

    Für Bürgermeister Kurt Baiker sollen die städtebaulichen Gutachten eine Entscheidungsfindung erleichtern. Das Vorhaben sei im Ratsgremium nicht unumstritten, gibt er zu bedenken. Baiker spricht sich für den Erhalt eines Teils der Hallen aus und für eine Bebauung am Rand des Areals mit Wohneinheiten für junge Familien oder einkommensschwächere Menschen. Denkbar seien auch Mehrgenerationenhäuser. Mit dem Studer-Haus und den Gebäuden, in denen griechischer Verein und Volkshochschule untergebracht sind, sei bereits ein Anfang gemacht worden. Es gehe insbesondere darum, ob eine Verdichtung in der Stadtmitte gewollt ist oder nicht.

    Der Bau- und Umweltausschuss befasst sich am Dienstag mit dem früheren Webereigelände Ay und besichtigt um 18 Uhr die ehemaligen Werkshallen. Um 19 Uhr beginnt die Sitzung im Rathaus.

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