Neu-Ulm Kurz vor Weihnachten hatten sich die Verantwortlichen im Neu-Ulmer Donaubad Wonnemar noch zufrieden mit dem ersten Jahr gezeigt. Kurz vor Pfingsten ist nun aber klar, dass das am Neujahrstag 2011 nach einer groß angelegten Sanierung wiedereröffnete Freizeitbad in den ersten zwölf Monaten Verluste geschrieben hat. Das bestätigte Volker Kurz, Geschäftsführer des Betreibers InterSpa aus Stuttgart. Dass es sich dabei um einen sechsstelligen Betrag handeln würde, sei „kein Geheimnis“.
Unruhe herrscht bei InterSpa wegen der roten Zahlen jedoch nicht: „Das war schon kurz nach Betriebsstart klar“, sagt Kurz. Es sei normal, dass man im ersten und oft auch im zweiten Jahr nach einer Neueröffnung keine Gewinne schreiben würde. In Neu-Ulm sei die Situation durch die „Sondersituation“, also die „Atlantis“-Vorgeschichte, noch etwas schwieriger. Zudem habe der Betreiber durch technische Schwierigkeiten bei der Inbetriebnahme und Umgestaltungen im Saunabereich, aber auch im Bad viel Geld investieren müssen.
80 Prozent mehr Saunabesucher als im Vorjahreszeitraum
Die Maßnahmen scheinen Früchte zu tragen: Laut Centermanager Jochen Weis, verantwortlich für den Betrieb des Neu-Ulmer Bades, sei die Besucherzahl bis einschließlich April dieses Jahres um gut 15 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum – in der Sauna sogar um über 80 Prozent. Weis: „Dort läuft es wirklich sehr gut.“ Der Plan sei, das Bad langfristig noch attraktiver zu gestalten. „Wir wollen Geld verdienen, um es zu investieren.“
Auch an der Kostenschraube will InterSpa drehen – und hat die SWU im Visier: Laut Geschäftsführer Kurz liegen die Energiekosten mit 6,9 Cent pro Kilowattstunde signifikant über dem Preis, der anderswo berappt werden muss. „Marktüblich sind um die vier Cent.“ Ähnlich verhalte es sich mit den Stromkosten. Kurz will mit den Städten, die Eigentümer des Bades sind, über „eine Lösung, die für beide Parteien sinnvoll ist“, verhandeln. Was die Gespräche angeht, ist er ebenso optimistisch wie bei den Zukunftsaussichten des Bades. Kurz: „Auch ein Formel-1-Auto muss zuerst an die Verhältnisse angepasst werden.“ (mgo)