Das Unternehmen Carl Götz möchte eine neue Lagerhalle bauen Von Philipp Schröders

Neu-Ulm Oberbürgermeister Gerold Noerenberg besucht regelmäßig Unternehmen in der Region, um zu schauen, „wie die Betriebe laufen und wo der Schuh drückt.“ Und der drückt beim Neu-Ulmer Holzhändler Carl Götz an einer ganz bestimmten Stelle: Die Firma braucht dringend eine neue Lagerhalle. Neben dem Hauptfirmensitz an der Otto-Renner-Straße möchte das Unternehmen ein etwa 6000 Quadratmeter großes Gebäude errichten lassen. „Ich hoffe, dass wir die Genehmigung bald bekommen“, sagte Geschäftsführer Philipp Zumsteg. Doch OB Noerenberg wollte sich nicht gleich vor Ort festlegen: „Ich möchte der Verwaltung nicht vorgreifen.“
Das Stadtoberhaupt ließ sich lieber durch die bestehende Lagerhalle führen. „Die modernste ihrer Art in Europa“, wie Philipp Zumsteg betonte. Sein Vater Hans hatte das Traditionsunternehmen von Carl Götz in den 1950er Jahren übernommen und dann kontinuierlich ausgebaut. Inzwischen gibt es in ganz Deutschland zwölf Filialen, in denen über 450 Mitarbeiter beschäftigt sind – 120 davon in Neu-Ulm. Noch immer wird der Betrieb ausschließlich von Familienmitgliedern geführt. Neben Philipp sitzen Max und Christoph, die beide den Nachnamen Zumsteg haben, in der Geschäftsführung.
Das Sortiment umfasst alles, was mit Holz zu tun hat: Massivholzplatten, Furniere, aber auch Möbelfertigteile, Fenster und Türen. Ungefähr 10000 verschiedene Produkte. Die Abnehmer sind Schreiner, andere Handwerker und die Industrie. Herzstück der zwölf Geschäftssitze sind die Lagerhallen, wo von früh bis spät ein- und ausgeladen wird. In Neu-Ulm ist das Gebäude 2004 gebaut worden. Vorher war der Firmensitz in der Lessingstraße. Jeden Tag verlassen rund 15 Lastwagen die Halle. „Natürlich randvoll mit Holz“, sagt Philipp Zumsteg.
Viele der Abläufe sind automatisch. Ein Kran mit Saugnäpfen fährt zwischen Regalen hin und her, die so hoch sind wie ein dreistöckiges Haus. Die Anlage ist rund um die Uhr in Betrieb. „Eigentlich weiß nur der Computer, wo sich was befindet.“ Die Hölzer stammen aus der ganzen Welt: Nussbaum aus Nordamerika liegt neben Eiche aus dem Spessart. „Wir führen nur Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft.“ Oft ist er im Ausland, um vor Ort das Material zu überprüfen. Jeden Wald in Kanada kenne er nicht, aber dafür viele Sägewerke. Die Halle ist klimatisiert. „Das Holz muss einen gewissen Feuchtigkeitsgehalt haben, damit der Kunde es direkt weiterverarbeiten kann.“
Das Lager wird ständig mit neuer Ware gefüllt
In einem Gebäude neben der Lagerhalle liegt das Bürogebäude mit Empfangshalle und Ausstellungsraum. Hinter großen Glasscheiben sitzen mehrere Mitarbeiter und telefonieren. Sie nehmen Aufträge entgegen und sorgen dafür, dass das Lager mit neuen Hölzern gefüllt wird. Langsam geraten sie dabei aber an ihre Grenzen, der Platz wird knapp. „Deshalb hoffen wir, dass wir bis Heilig Drei König die Waren in die neue Halle einräumen können“, sagt Philipp Zumsteg.
Jetzt bestellen! Das neue iPad inkl. e-Paper.
Artikel kommentieren
| Artikel bewerten: