Aufheim Knapp 20 Meter ragt der Aufheimer Maibaum seit Montagabend in die Höhe. Anders als in den anderen Sendener Stadtteilen hat ihn die Vereinsgemeinschaft Aufheim in diesem Jahr wieder mit Muskelkraft in die Senkrechte befördert.
Mit meterlangen hölzernen Scheren wuchteten 25 Helfer den mit Grün geschmückten Stamm vor der örtlichen Grundschule in die Höhe. Mehrere Hundert Zuschauer bewunderten dieses Spektakel, das von der Chorgemeinschaft Frohsinn, den Dorfmusikanten sowie Schulkindern musikalisch und tänzerisch umrahmt wurde. Nicht nur Aufheimer, sondern auch Bürger aus anderen Stadtteilen wollten das traditionelle Maibaumstellen nicht verpassen, um das es in den letzten Monaten immer wieder Diskussionen gegeben hat.
Denn seit 2010 waren die Bäume in ganz Senden per Autokran aufgestellt worden, die Stadtverwaltung hatte diesen Schritt mit versicherungstechnischen Umständen begründet. So hatten örtliche Unternehmen die Bäume im Auftrag der Stadt in der letzten Aprilwoche aufgebaut, die Durchführung der Maifeiern oblag dann den Vereinen.
Kommune gab Verantwortung an Vereine ab
Dabei wollten es die Aufheimer aber nicht belassen und ihren Baum wie gewohnt aufstellen. Hans-Ulrich Schwarzmann, Vorsitzender des Aufheimer Sportvereins und früherer Rathauschef Sendens, war sicher, dass die Veranstaltung so oder so über die Kommune versichert ist. Baiker aber bestand darauf, dass einer der Beteiligten Aufheimer die Verantwortung übernehmen müsse, falls beim Maibaumstellen etwas passiert. Diese Erklärung gab Schwarzmann schließlich ab.
Dass der Baum wieder von Hand aufgestellt wurde, spreche für die Aufheimer Vereinsgemeinschaft, lobte Dritter Bürgermeister Anton Leger nun bei der Maifeier, der keinen Hehl aus seiner Haltung zur Neuregelung aus dem Rathaus macht. Er freue sich, „dass Sie sich erfolgreich gegen diese undemokratische Auslegung von Paragrafen gewehrt haben“, wandte sich Leger an die beteiligen Organisationen.
„Wir können sagen: Die Tradition lebt weiter in Aufheim“, erklärte Schwarzmann, „wir haben hoffentlich alle Probleme richtig gelöst.“ Alle Vereine hätten an einem Strang gezogen, „es hat alles prima gestimmt“. Ein Detail am Baum aber habe in den letzten Tagen vor dem Aufstellen dennoch für Irritationen gesorgt, berichtete er.
Denn das städtische Bauamt hatte bei der Prüfung die bisherige Befestigung des am oberen Baumende angebrachten Tännchens bemängelt und dafür eine neue Hülse zur Verfügung gestellt. Die aber stellte sich als viel zu weit heraus. Die Aufheimer behalfen sich ganz unbürokratisch, indem sie im Fachhandel eine neue und passende besorgten. (ahoi)