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Hilfe: Zwei Euro für einen Korb voll Essen

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Zwei Euro für einen Korb voll Essen

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    In diesem lilafarbenen Haus beim Unteren Tor ist der Tafelladen untergebracht.
    In diesem lilafarbenen Haus beim Unteren Tor ist der Tafelladen untergebracht.

    Weißenhorn Heute werden die Kühltheken eingebaut, am Freitag die Regale gefüllt und tags darauf soll sich die Schiebetür des Tafelladens beim Unteren Tor das erste Mal für Kunden öffnen: Dann können Bedürftige aus Weißenhorn, Pfaffenhofen, Roggenburg und Buch in dem lilafarbenen Haus in der Hauptstraße 25 für wenig Geld Lebensmittel kaufen. Die Bereitschaft des Roten Kreuzes in Weißenhorn wird den Laden in dem ehemaligen Reformhaus betreiben, er soll mittwochs und freitags in der Zeit von 15 bis 18 Uhr geöffnet sein. Ein Einkaufskorb darf pro Person und Tag mit Lebensmitteln gefüllt werden, für einen symbolischen Preis von zwei Euro. Michael Heinrich, der Leiter der Bereitschaft des Roten Kreuzes in Weißenhorn, freut sich auf die Eröffnung: „Die Räume sind einfach genial.“ Wie berichtet wird die Stadt die Miete übernehmen, die Retter bezahlen für Strom und Wasser. Heinrich hofft, dass viele mittellose Bürger das neue Geschäft künftig nutzen: „Wir wollen das Projekt möglichst schnell bekannt machen.“

    Noch wirkt die einzelne Palette in dem Kühlraum etwas verloren: Nur die Weißenhorner Molkerei hat bereits Waren für den Tafelladen geliefert. Bis zum Samstag soll das Lager sich aber noch füllen: Weitere Lieferanten der Tafel, wie etwa die Rewe-Märkte in der Fuggerstadt und in Pfaffenhofen, Lidl oder die Bäckerei Reißler werden Produkte beisteuern. Mehrere Märkte unterstützten bisher den Tafelladen in Senden, stehen nun aber der Weißenhorner Filiale zur Seite: „Das ist so abgesprochen“, sagt Heinrich.

    Kunden können Waren für die Tafel mitkaufen

    Im Feneberg-Markt soll ein öffentlicher Korb eingerichtet werden: Kunden können Waren für die Tafel mitkaufen und als Spende hineinlegen. Die Rotkreuzler werden die Güter bei den Händlern regelmäßig abholen und damit Regale und Lager füllen. Die Weißenhorner können beim Transport auf ein Netzwerk zurückgreifen: Sie arbeiten mit Neu-Ulmer Kollegen zusammen, die bereits seit geraumer Zeit einen Tafelladen betreiben.

    Am Samstag haben die Kunden ab 11 Uhr dann das erste Mal freie Auswahl: Jeder darf einen der gelben Plastikkörbe füllen und die Einkäufe für zwei Euro mitnehmen. „Das ist ein kleiner Obolus, den wir als Gegenwert erheben“, erläutert Heinrich. In den vergangenen Tagen haben gut ein Dutzend Mitglieder des Roten Kreuzes viele Stunden in den Räumen verbracht – geputzt, gescheuert und desinfiziert. Alles blitzt. Jetzt können die Kunden kommen.

    Ein Rückblick: Im Oktober hatten die Stadträte Plänen der BRK-Mitglieder zugestimmt, eine Filiale der Organisation „Tafel“ in der Fuggerstadt zu eröffnen. Die Initiative verteilt seit 1993 ausgemusterte aber einwandfreie Waren aus Supermärkten an bedürftige Bürger. Der Bedarf in der Fuggerstadt ist da: Zahlreiche Menschen sind auf staatliche Gelder angewiesen, um ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können.

    Über 300 Weißenhorner erhalten derzeit „Hartz IV“

    Nach Angaben der Stadtverwaltung erhalten über 300 Weißenhorner „Hartz IV“, also finanzielle Hilfen für Nahrung und Kleider, viele weitere Wohngeld. Zunächst gab es Pläne, den Tafelladen im Rotkreuzhaus einzurichten. Weil es dort aber keinen Kühlraum gibt, hätten wohl nur vorgepackte Tüten angeboten werden können. Im ehemaligen Reformhaus werden die Kunden dagegen eine Auswahl vorfinden.

    In den nächsten Tagen soll ein Packraum Gestalt annehmen. Dort könnten Nahrungsmittel umgefüllt und portioniert werden – falls die Gesundheitsexperten im Landratsamt zustimmen, denn für Lebensmittel gelten strenge Hygienevorschriften. Für die Rotkreuzler wäre ein solches Zimmer aber notwendig, sagt Heinrich: „Oft bekommen wir Dinge wie ein halbes Rad Käse, das ist als Ganzes nur schwer an den Mann zu bringen.“

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