Kaum anzunehmen, dass Frazier aus Frust über diese Szene in Spiel eins seine Koffer gepackt hat: der Amerikaner versenkte am vergangenen Sonntag in Ulm mit der Halbzeitsirene einen Verlegenheitswurf fast aus der eigenen Zone im Ulmer Korb, aber die Schiedsrichter gaben die Punkte nicht mehr. Dieser Duseltreffer war in den Gesprächen zwischen Leibenath und seinen Schützlingen ohnehin kaum mehr ein Thema. Der Trainer hat die Spieler vielmehr gelobt für ihre gute Reboundarbeit. Aber er hat ihnen auch gesagt, was ihm nicht gefallen hat in Spiel eins: natürlich waren da die insgesamt 15 Ballverluste und der zwischenzeitliche 19:0-Lauf der Würzburger. „So etwas kann auch in Spiel zwei passieren. Aber dann hätte es möglicherweise verheerende Folgen, wenn 3000 Leute in Würzburg Kopf stehen“, warnt Leibenath.
Vor der Atmosphäre in der engen Würzburger Halle hat auch der gebürtige Franke Sebastian Betz Respekt. „Das ist ein bisschen wie früher bei uns am Kuhberg“, vergleicht der Ulmer Flügelspieler, der bei der Nominierung für einen Kurzlehrgang der Nationalmannschaft nicht berücksichtigt wurde. Was Sebastian Betz gelassen zur Kenntnis genommen hat. „Das ist kein großes Ziel mehr für mich. Die Zeit ist vorbei.“
Die großen Ziele setzt er sich nur noch mit Ratiopharm Ulm, aber Fragen nach seiner Vertragsverlängerung beantwortet Betz ausweichend. Von seinem Trainer immerhin kommt ein klares Bekenntnis. „Sebastian würde der Ulmer Mannschaft auch in der kommenden Saison sehr gut zu Gesicht stehen“, sagt Thorsten Leibenath.