Die Ulmer Basketballer sind immer für eine unbequeme und mutige Entscheidung gut. Vor nicht einmal drei Wochen wurde der beliebte Trainer Mike Taylor nach acht Jahren im Amt freigestellt und gestern wurde nicht etwa eine große Nummer als Nachfolger präsentiert, sondern der junge Thorsten Leibenath. Nur wenige Minuten nach seiner Vorstellung meldeten sich in den diversen Internetforen die Bedenkenträger zu Wort, aber Manager Thomas Stoll steht zu seiner Entscheidung: „Er ist eines der größten Trainertalente in Deutschland.“
Kontakte zu Leibenath gab es schon vor acht Jahren, aber damals bekam Taylor den Job. Nach der Trennung vom Amerikaner stand der Name des gebürtigen Leverkuseners neben denen von Björn Harmsen und Silvano Poropat wieder weit oben auf der Ulmer Liste. Am Mittwoch vergangener Woche trafen sich Stoll und der Ulmer Finanzchef Andreas Oettel mit Leibenath und nach stundenlangen Gesprächen war man sich im Prinzip einig. „Ich war beeindruckt davon, wie sich der Verein auf allen Ebenen weiterentwickelt hat“, sagt Leibenath und unter anderem auch wegen dieser Sichtweise ist die Wahl auf ihn gefallen. „Er soll sich nicht nur um seine zwölf Profisspieler kümmern, sondern das Gesamtprojekt weiterentwickeln. Zu dem gehört unser Kooperationspartner BG Illertal-Weißenhorn und die Jugend“, fordert Stoll. Eine Aussage, die auch als nachträgliche Kritik an Taylor verstanden werden kann.
Der Amerikaner Dieckelmann wird neuer Co-Trainer
In Ulm soll Leibenath in einem Team arbeiten, zu dem natürlich sein Assistent John Dieckelman gehört. Der 51 Jahre alte Amerikaner hat als Profi in Skandinavien gespielt und als Trainer in Schweden, Norwegen und Österreich gearbeitet. Außerdem redet Stoll selber bei Personalentscheidungen ein wichtiges Wort mit. „Wenn drei Daumen nach oben gehen, dann werden wir Kontakt zu einem Spieler aufnehmen. Wenn sich nur einer senkt, dann lassen wir es“, sagt Leibenath.
Der junge Trainer will zwischen dem 10. und 12. August mit der Vorbereitung auf die neue Saison beginnen und möglichst mehr Spiele gewinnen als verlieren. „Dann kämpfen wir um die Teilnahme an den Play-Offs.“