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Mike war außer Kontrolle

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Mike war außer Kontrolle

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Thomas Stoll (43) ist als Manager für den sportlichen Bereich und also auch für die Trennung von Trainer Mike Taylor verantwortlich.
    Thomas Stoll (43) ist als Manager für den sportlichen Bereich und also auch für die Trennung von Trainer Mike Taylor verantwortlich.

    Nachgefragt

    beim Manager

    Ist die Trennung vom Trainer auch rückblickend optimal gelaufen, Herr Stoll?

    Stoll: Wir hätten wahrscheinlich mit dem Vollzug warten sollen bis zum Ende der Saison. Aber wir sind einfach zu fair für dieses Geschäft und wollten dem Mike möglichst früh Gelegenheit geben, seine Zukunft zu planen, sich nach einem anderen Job umzusehen und zu entscheiden, wie die letzten Tage ablaufen sollen. Das war sicher ein Fehler.

    Warum kam es nach acht Jahren überhaupt zur Trennung?

    Stoll: Über die Gründe sprechen wir nicht öffentlich. Auf jeden Fall haben wir unsere internen sportlichen Ziele, die jedes Teammitglied auch kannte, nicht erreicht.

    Aber war denn die Beurlaubung des Trainers drei Tage vor dem letzten Saisonspiel wirklich notwendig?

    Stoll: Die Eskalation ging von ihm und seinem Agenten aus, wir konnten nur noch reagieren. Das war vielleicht falsch. Aber Mike war außer Kontrolle und wir mussten befürchten, dass er noch mehr Unheil anrichtet. Wir hatten Sorgen, dass er Spieler negativ beeinflusst, dass er weitere Interna preisgibt und dass er natürlich massiv Stimmung gegen unsere Entscheidung macht.

    Wie viele Anfragen von Trainern sind denn bei Ihnen schon eingegangen?

    Stoll: Ich habe so 60 bis 70 Mails bekommen. Übrigens fast ausschließlich von Leuten mit Erfahrung aus der Bundesliga oder aus anderen mitteleuropäischen Topligen.

    Kolportiert werden Namen wie Thorsten Leibenath, Björn Harmsen, John Patrick und Michael Koch.

    Stoll: Thorsten Leibenath und Björn Harmsen kenne ich schon lange und beide wären interessant, aber die haben sich bisher nicht beworben.

    Wie ist das Anforderungsprofil? Sollte sich der neue Trainer in der Bundesliga auskennen?

    Stoll: Das ist nicht so wichtig. Er muss unsere Philosophie umsetzen und bereit sein, viel Zeit zu investieren. Hier geht es auch um Jugendprojekte und um Kooperationen auch mit der BG Illertal. Wir können keinen Mann brauchen, der nur die erste Mannschaft trainieren will, sondern er soll ein Gesamtkonzept umsetzen.

    Wann wird mit den Spielern gesprochen, die noch keinen Vertrag für die neue Saison haben?

    Stoll: Die amerikanischen Spieler sitzen inzwischen im Flieger. Sie haben alle ihre Telefonnummern hinterlassen. Aber Vorrang hat die Trainerfrage. Der neue Mann soll ja bei der Besetzung der noch offenen Stellen im Kader mitreden. (pim)

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