Hinzu kommt eine Geldstrafe im unteren vierstelligen Bereich. Eine kuriose Entscheidung vor dem Hintergrund, dass die Weißenhorner bisher erst drei Siege eingefahren haben und nur noch drei Spiele auf dem Programm stehen. Klar ist damit jedenfalls, dass die Weißenhorner ohne Sieg und als Tabellenschlusslicht der Staffel Süd in die Abstiegsrunde gehen.
Die Weißenhorner hätten nach dem Lizenzstatut vor dieser Saison Rücklagen bilden müssen für eventuelle Nachforderungen beispielsweise vom Finanzamt. Das aber haben die Fuggerstädter versäumt und prompt wurden sie zur Kasse gebeten. Was eigentlich kein wirkliches Problem war, denn die zusätzlichen Forderungen im unteren fünfstelligen Bereich konnten durch zunächst nicht einkalkulierte Mehreinnahmen beglichen werden. Dem schwäbischen Zweitligisten wird aber nun Wettbewerbsverzerrung vorgeworfen. Die Argumentation: Hätten die Weißenhorner Geld auf die Seite gelegt, dann hätten sie sich den einen oder anderen Spieler nicht leisten können. „Die Verstöße waren so gravierend, dass wir es nicht bei einer milden Bestrafung bewenden lassen konnten“, sagt Nicolas Grundmann, der Geschäftsführer der zweiten Bundesliga: „Wir mussten diese Entscheidung auch im Sinne der Gleichbehandlung der Vereine treffen.“
Der Weißenhorner Vereinschef Jochen Seif beteuert, dass nicht etwa vorsätzlich gehandelt wurde. Vom Strafmaß allerdings ist Seif unangenehm überrascht. „An uns wird ein Exempel statuiert“, stellt der Vereinschef fest: „So ein Urteil ist imageschädigend.“ Sportlich allerdings trifft der Richterspruch die Weißenhorner kaum. Platz zehn und damit das Heimrecht in der Abstiegsrunde im ersten Spiel war ohnehin bei bisher sechs Punkten Rückstand auf Frankfurt drei Spieltage vor dem Ende der Hauptrunde praktisch unerreichbar, zwölf Punkte wird man Weißenhorn gar nicht abziehen können und ob man nun als Letzter oder als Vorletzter in die Abstiegsrunde geht, das macht eigentlich keinen Unterschied.
Obwohl die Punkte aus eventuellen Siegen in den letzten drei Spielen den Weißenhornern sowieso postwendend wieder abgezogen werden, tritt die Mannschaft auf jeden Fall am morgigen Samstag in Langen und auch danach zu den Spielen gegen Hanau und in Nördlingen an. Dabei geht es nicht nur darum, vor Beginn der Abstiegsrunde im Spielrhythmus zu bleiben. „Etwas anderes stand für uns nie zur Debatte“, versichert Seif: „Wir sind schließlich Sportler.“