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16. Mai 2010 15:05 Uhr

Ab in die kalte Donau!

Neuburg Nur einer blieb trocken: Florian Zettel. Der 23-jährige Kraftprotz wuchtete seine Gegner gleich reihenweise in die 13 Grad kühle Donau und sicherte sich damit zusammen mit seinem Partner Oliver Gubo nicht nur den Sieg beim diesjährigen Neuburger Fischerstechen, sondern auch noch den Titel des Stecherkönigs. Von Manfred Reichl

Bei empfindlich kühlen Temperaturen von gerade mal neun Grad plus, verfolgten knapp 500 Schaulustige das Spektakel. Die Dominanz der Neuburger mit Klaus Brosi und Matthias Winter als Steuermann und Ruderer war eindeutig. Sicher spielte dabei auch die Unerfahrenheit der Gegner aus Donauwörth und Ingolstadt eine Rolle. Weil sich deren Altmeister wie die Gebrüder Wolfgang und Rainer Till und der Donauwörther Haudegen Willi Heckmeier aus dem aktiven Geschehen zurückgezogen haben, befinden sich die Stecher von dort im Umbruch. Profitiert haben davon auch die Stepperger, die in den vergangenen Jahren eine eher untergeordnete Rolle auf der Donau spielten. Wohl auch deshalb, weil sie eine andere Art des Stechens, wie zum Beispiel in der südfranzösischen Hafenstadt Setè, betreiben. Dennoch reichten die sechs Punkte für die Stepperger zum zweiten Platz vor Donauwörth (vier Punkte). Ingolstadt und Laufen teilten sich mit jeweils nur zwei Punkten Rang vier.

Das Neuburger Fischerstechen genießt seit 2003 noch einen zusätzlichen Reiz. Ob auf der Salzach, dem Olympiasee in München, dem Stepperger Antonibergsee oder beim Stechen in Donauwörth und Ingolstadt, nirgends sieht man einen Oberbürgermeister auf einer schwankenden Zille stehen. Da ist das Neuburger Stadtoberhaupt aus einem ganz anderen Holz geschnitzt. Mal Ober-, mal Unterstrom, fuhr er mit der Lanze unter dem Arm auf seinen Kontrahenten zu. Und das war wiederum Geschwaderkommodore Oberst Andreas Pfeiffer - nicht weniger sportlich und ehrgeizig. Zum Siegersprung hatte Pfeiffer diesmal aber keine Gelegenheit. Er landete - ebenso wie Gmehling - im nur zwölf Grad kalten Wasser.

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Trotz des Neuburger Sieges wollte beim anschließenden Straßenfest der Fischergasslern unter wolkenverhangenem Himmel nicht die rechte Stimmung aufkommen. Sind Tische und Bänke sonst gut besetzt, so gab es heuer große Lücken. Es war mehr ein Kommen und Gehen. "Viel zu kalt", befand ein dick vermummter Besucher, nachdem er einen deftigen Schluck vom Julius-Festbier genommen hatte. Selbst der Hochprozentige, der an einem der Tische die Runde machte, konnte ebenso wenig Euphorie auslösen, wie die musikalischen Beiträge der Blaskapelle Heinrichsheim. Dafür fanden die Bratfische der Familie Winter und andere diverse Brotzeiten ihre Abnehmer.

Dem Nachwuchs dagegen war das kalte Wetter egal. Sie nahmen das spielerische Angebot gerne wahr. Wie schon beim Einzug der "Gladiatoren" und während des Stechens, umrahmte der Fanfarenzug "Ottheinrich" auch die Siegerehrung. Abgesagt hatte der Veranstalter den am Abend geplanten Auftritt der Overmann Brass Band sowie das von den auf der Donau schwimmenden Zillen aus geplante Feuerwerk.

Gegen 22 Uhr waren nur noch die "Eisenharten" anwesend, sodass man bereits frühzeitig die Tische und Bänke hochklappte. Was bleibt, ist ein sattes Defizit.

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