Nicht einmal ein Jahr ist es her, dass die Stadt Neuburg in Heinrichsheim einen neuen Spielplatz eröffnet hat. 43.000 Euro hat die ganze Anlage in der Herrenschwaigallee gekostet. Die Freude am 9. Juni 2010 war groß.
Doch innerhalb eines Jahres hat sich die Stimmung deutlich verändert. 17 Anwohner des Spiel- und Bolzplatzes haben sich bei der Stadt beschwert, dass nicht nur Bälle in ihre Gärten fliegen, sondern bis in die Nacht Jugendliche den Bolzplatz als Festwiese missbrauchen. Sie seien sehr laut, trinken Alkohol, rauchen Zigaretten und hinterlassen ihren Müll. Außerdem kicken dort Jugendliche, die deutlich über 14 Jahre sind und mit „scharfen Bällen“ auf die Kinder schießen. Zudem beschwerten sich die Anwohner nichts davon gewusst zu haben, dass überhaupt auch ein Bolzplatz in ihrer Nähe entstehen soll.
Oberbürgermeister Bernhard Gmehling hörte sich die Sorgen an, schickte in der Nacht des Ostersamstags gar die Polizeistreife vorbei, die aber nichts Auffälliges bemerkte. Aufgeschreckt sorgen sich die Kinder um ihren beliebten Spielplatz und gaben prompt eine Liste mit 247 Unterschriften am Dienstagabend beim Oberbürgermeister ab. „Der nächste Bolzplatz ist für uns viel zu weit weg“, sagte Christina.
Doch der Bolzplatz wird bleiben. Das entschied Mittwochabend der Bauausschuss. Dennoch nehmen die Stadträte die Beschwerden der Anwohner sehr ernst. Die hatten bereits angekündigt, die Stadt zu verklagen, sollte nichts geschehen.
„Wir sollten als erzieherische Maßnahme die Tore abbauen“, schlug Fritz Goschenhofer vor. Kindergartenreferentin Brigitte Bößhenz machte klar, dass die Anwohner von Anfang an darüber informiert worden seien, dass in der Herrenschwaigallee ein Bolzplatz gebaut wird.
Ballfangnetze für 18.000 Euro
Schließlich einigte man sich nach langer Diskussion darauf, den Kommunalen Ordnungsdienst (KOD) zu beauftragen, regelmäßig in Heinrichsheim nach dem rechten zu sehen. Außerdem werden für rund 18000 Euro Ballfangnetze installiert, die verhindern sollen, dass Bälle unkontrolliert umherfliegen. Ob tatsächlich wie vorgeschlagen einige Anlieger die Telefonnummer des KOD bekommen, um im Fall der Fälle den von der Stadt bezahlten Sicherheitsdienst zu alarmieren, wird noch entschieden. „Die rufen ja dann rund um die Uhr an“, sagte Jugendreferentin Doris Stöckl, die außerdem darum bat, bei Problemen dieser Art früher informiert zu werden. Der KOD soll darauf drängen, dass die städtische Verordnung umgesetzt wird und zu den Öffnungszeiten von 9 bis 20 Uhr (sonntags bis 19 Uhr) nur Jugendliche bis 14 Jahren auf dem Spiel- und Bolzplatz herumtoben.