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Lehmgrube: Attenfelder bleiben skeptisch

Lehmgrube

Attenfelder bleiben skeptisch

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    So voll war das Feuerwehrhaus in Attenfeld selten. Fast drei Stunden lang haben sich Fachbehörden und Vertreter der Firma Geiger den Fragen der Anwohner gestellt. Viele davon wurden ausführlich erläutert, bei einigen Forderungen lenkte die Firma auch ein. In einer der nächsten Sitzungen muss der Gemeinderat nun eine endgültige Entscheidung treffen.
    So voll war das Feuerwehrhaus in Attenfeld selten. Fast drei Stunden lang haben sich Fachbehörden und Vertreter der Firma Geiger den Fragen der Anwohner gestellt. Viele davon wurden ausführlich erläutert, bei einigen Forderungen lenkte die Firma auch ein. In einer der nächsten Sitzungen muss der Gemeinderat nun eine endgültige Entscheidung treffen. Foto: Foto: Stegmann

    Attenfeld Gleich zu Anfang sorgte Bürgermeister Michael Hartmann für klare Verhältnisse. „Wenn die Diskussion nicht diszipliniert über die Bühne läuft, werde ich sie abbrechen.“ Hartmann sprach aus Erfahrung. Denn die Pläne zur Verfüllung der Attenfelder Lehmgrube sorgen bei so manchem Anwohner für schlimmste Befürchtungen. Diese den Bürgern zu nehmen, war am Montagabend die Aufgabe des Landratsamts, des Wasserwirtschaftsamts und vor allem der Firma Geiger, die die Grube als Endlager für Bauschutt nutzen will.

    Zum zweiten Mal trafen im Attenfelder Feuerwehrhaus Bürger und Fachbehörden aufeinander, um offene Fragen zu klären. Diese haben in den vergangenen Wochen Anwohner bei der Gemeinde eingereicht, die wiederum hat sie an die Firma Geiger und das Wasserwirtschaftsamt weitergeleitet. Das Ergebnis nach fast dreistündiger Diskussion: Die gesetzlichen Vorgaben geben der Entsorgungsfirma grundsätzlich das Recht, in der Attenfelder Grube mitunter belastetes Material zu vergraben. Dass es in einer Genehmigung von 1993 heißt, dass dort nur „unbelasteter Erdaushub“ landen darf, spielt mittlerweile keine Rolle mehr. Denn jetzt liegt ein neuer Antrag der Firma vor, und dafür gelten die aktuellen Rahmenbedingungen laut Eckpunktepapier des Bayerischen Umweltministeriums aus dem Jahr 2004.

    Kompromissbereit zeigten sich die Vertreter des Unternehmens aber hinsichtlich der Grundwasserkontrollen und der Zufahrt zur Grube. Statt wie gesetzlich vorgeschrieben zweimal im Jahr würde die Firma Geiger auch viermal im Jahr Grundwasserproben entnehmen, um sicherzugehen, dass keine Giftstoffe unkontrolliert austreten. Und sofern das Straßenbauamt zustimmt, würden die Lastwagen auch die südliche Zufahrt zur Lehmgrube nutzen, um den Verkehrslärm für die Attenfelder und insbesondere für Max Artner, der direkt an der Staatsstraße wohnt, so gering wie möglich zu halten.

    Durchschnittlich 18 Lastwagen würden werktags die nächsten 14 Jahre die Grube anfahren, an Spitzentagen könnten es auch bis zu 50 sein. Obwohl das zuständige Planungsbüro keine Bedenken wegen des zu erwartenden Verkehrslärms hat, besteht das Landratsamt aber auf eine Lärmprognose.

    Trotz teilweise ausführlicher Erläuterungen seitens der Behörden und Unternehmen blieben am Ende der Veranstaltung die Zuhörer skeptisch. Aus ihren Reihen kam deshalb der Vorschlag, die Gemeinde solle sich mit anderen betroffenen Kommunen in Verbindung setzen, um die Zuverlässigkeit der Firma Geiger aus erster Hand zu erfahren.

    In seiner nächsten Sitzung am 31. Oktober wird der Gemeinderat nun über das Für und Wider diskutieren. Außerdem liegt ein Antrag von Gemeinderat Engelbert Winter vor, der ein zweites Gutachten über die Bodenbeschaffenheit einholen lassen möchte. Dieses müsste allerdings die Gemeinde bezahlen, was der Gemeinderat erst genehmigen müsste. Deshalb wird wohl erst am 28. November eine endgültige Entscheidung fallen.

    Das letzte Wort hat das Gremium allerdings nicht – oder, wie es Gemeinderat Josef Lehmeier während der Infoveranstaltung formulierte: „Unsere Entscheidung ist nur Makulatur.“ Denn oberste Genehmigungsbehörde ist das Landratsamt. Stimmt sie für den Antrag, bliebe für die Gemeinde nur der Klageweg. Stimmt sie gegen den Antrag, wird voraussichtlich die Firma Geiger klagen.

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