Vor wenigen Wochen erst wurde das Auenprojekt mit Leben erfüllt. Seitdem fließt vor der Staustufe Bergheim Donauwasser in dem seit Herbst fertiggestellten Umgehungsgraben durch die Donauauen. Die erste ökologische Flutung ist dagegen noch nicht absehbar. Denn ohne juristische Rückendeckung wird das Wasserwirtschaftsamt die Schleusen am Ausleitungsbauwerk zwischen der Staustufe Bergheim und Neuburg nicht öffnen. "Da hängt einfach zu viel dran", sagt Hoferer. Wird geflutet, müssen zum Beispiel vorher die Wege im Auwald, die überspült werden, gesperrt werden. Außerdem muss überprüft werden, ob sich Menschen im Bereich des acht Kilometer langen Umgehungsbaches befinden. Zudem muss man sich ein Bild vom Einzugsgebiet des Längenmühlbachs machen. Wenn der schon ziemlich voll gelaufen ist, darf nämlich nur wenig Donauwasser ausgeleitet werden, damit sich der Bach nicht zurück staut.
"Wir werden es bei der ersten ökologischen Flutung ohnehin langsam angehen lassen", erklärt der Bauoberrat. Statt der möglichen 25 Kubikmeter Wasser pro Sekunde werde man vielleicht nur etwa fünf Kubikmeter ausleiten. "Wir müssen erst mal Erfahrungen sammeln, ob das Wasser so läuft, wie wir das berechnet haben und auch wie lange es dauert, bis der Rückhalteraum wieder leer ist." Die noch fehlende juristische Absicherung kommt dem Wasserwirtschaftsamt aber ganz gelegen.
Denn an den aufgeschütteten Ufern des ausgebaggerten Bachlaufes entwickelt sich gerade erst die natürliche Vegetation. Rauscht nun eine Menge Wasser darüber hinweg, wird viel davon wieder zerstört. Am liebsten wäre es Hoferer, wenn man die Frühjahrshochwasser im kommenden Jahr für die Premiere nutzen würde.
Möglich sind künstliche Flutungen bei einer Fließgeschwindigkeit der Donau zwischen 600 und 1000 Kubikmeter pro Sekunde, also bei kleinen Hochwassern. Beim Hochwasser vor fünf Wochen, erzählt Hoferer, wäre eine Flutung problemlos möglich gewesen, anders als am Wochenende, wo die Donau bereits zu schnell floss. (mari)