Mit über 11,3 Millionen Euro ist der Neubau der Schwalbangerschule das größte Projekt der Stadt Neuburg in den nächsten Jahren. Die drei Gebäude sind am Ende ihres Lebenszyklus, wie Alexander Regler sagt. Seit vor zwei Jahren entschieden wurde, dass mit der Schwalbangerschule etwas passieren muss, betreut er vonseiten der Stadt das Projekt.
Das, was die Stadtväter damals, zwischen 1967 und 1971, bauen ließen, entspricht bei weitem nicht mehr dem, was man heute von einer modernen Schule erwartet. Dabei geht es aber nicht nur um veraltete Technik, riesige Klassenräume, die damals noch für an die 40 Schüler konzipiert wurden, und die Tatsache, dass die Grundschule keinen Pausenhof hat, sondern auch um einen Umstand, der heutzutage durchaus kurios anmutet: Der Hochbau steht im Grundwasser. Das war den Planern damals bewusst, deswegen legten sie eine Runddrainage um das gesamte Gebäude. Permanent wird seitdem das Wasser abgepumpt – aus heutiger Sicht unfassbar.
Von Beginn an wird permanent Wasser abgepumpt
Doch damals sah man darin kein Problem, Grundwasser und Energie waren im Überfluss vorhanden. Die Kosten für das Abpumpen waren zu vernachlässigen. „Der Energiegedanke und die ökologische Sichtweise sind heute ganz andere“, sagt Alexander Regler. Auch er konnte es kaum fassen, wie unbeschwert und undurchdacht die Verantwortlichen damals an den Neubau herangegangen waren. Erst nach und nach hatte sich herausgestellt, was bei einer Generalsanierung – von der die Stadt ursprünglich ausgegangen war – alles angepackt werden müsste. Dazu kamen Wünsche der Schulleitung, wie zum Beispiel, dass aus den bisher drei Gebäuden eines gemacht werde.
Ein Vergleich der Kosten brachte es auf den Punkt. Drei beauftragte Büros bestätigten unabhängig voneinander, dass eine Sanierung unwirtschaftlich sei. Seitdem wird der Neubau der Schule geplant. Hell, energieeffizient und vor allem praktisch soll sie sein. Der Hochbau wird abgerissen und die zwei Pavillons über zwei zweigeschossige Anbauten verbunden. So entsteht ein lichtdurchfluteter Innenhof. Auf dem Dach wird eine Fotovoltaikanlage Strom produzieren, das Regenwasser wird genutzt und – wenn es irgendwann so weit ist – wird die Schule an die Fernwärme angeschlossen.
Das alles kostet Geld. Regler wehrt sich gegen den Vorwurf, dass die Schule mit der Zeit immer teurer werde. „Das ist immer der Fluch der ersten Zahl. Die erste Berechnung lag damals bei 9,5 Millionen Euro. Aber die beinhalteten nur die Bauwerke und die technischen Anlagen. Es war von Anfang an klar, dass noch vieles dazu kommen würde, so zum Beispiel die Baunebenkosten und die Außenanlagen.“ Nun, am Ende der Planungsphase, stehen 11,3 Millionen Euro. Die muss die Stadt Neuburg nicht komplett alleine finanzieren, der Staat hilft mit. Insgesamt rechnet Regler mit drei Millionen Euro, die aus drei verschiedenen Förderprogrammen fließen.
336 Schüler und zwölf Klassenzimmer
Bis die neue Heimat für 336 Schüler fertig ist, wird es noch dauern. Erst 2016 wir die Baumaßnahme abgeschlossen sein. Bei der Planung haben die Architekten die demografische Entwicklung im Blick, wie Regler versichert. So werden nur noch zwölf anstatt wie bisher 14 Klassenräume gebaut und die Möblierung geht von 28 Kinder pro Klasse aus.
Ein Wunsch der Schulleitung war es, die Bushaltestelle zu verlegen, doch die bleibt, wo sie ist. Das hat der Stadtrat so beschlossen. Neu geschaffen werden Lehrerparkplätze sowie Parkmöglichkeiten für die Eltern. Es bleibt noch genügend Raum übrig. Eventuell könnte er später einmal für die soziale Stadtteilentwicklung genutzt werden.
Auch bei der Turnhalle und der angrenzenden Hausmeisterwohnung wird sich etwas ändern, doch hier reicht eine Sanierung. Von Mitte nächsten Jahres bis Ende 2014 werden Vereine und Gruppen, die die Schwalbangerturnhalle nutzen, auf eine andere Sporthalle ausweichen müssen.