Neuburg/Schrobenhausen Schneller als angekündigt erreichten Donau und Paar in Neuburg und Schrobenhausen die angekündigten Pegel-Höchstände. Bei Mühlried wurde die Meldestufe 3 (2,80 Meter), wie berichtet, noch am frühen Donnerstagabend überschritten. In Neuburg war es 22 Uhr, als die 3,60 Meter erreicht waren. Den höchsten Stand erreichte die Donau am Freitag kurz nach vier Uhr mit 4,76 Meter. Zu nennenswerten Schäden kam es Gott sei Dank nicht.



Dennoch liefen beim THW Neuburg noch am Donnerstagabend routinemäßige Arbeiten an. Wie Tobias Pallmann erzählt, räumte das THW mit der Feuerwehr Stepperg die Talölsperre (TAL 16) aus. Die in dem Häuschen gelagerten Ölsperrmaterialien wurden bei der Feuerwehr in Stepperg untergebracht. Von der Stadt Neuburg erhielt das THW am Donnerstagabend gegen 19 Uhr dann den Auftrag, das Kunstwerk "UndUndUnd" aus der Donau zu bergen. Mit vier Fahrzeugen und 21 Mann rückten Zugtrupp und die Fachgruppe Wassergefahren zur Schlösslwiese aus. Vorsichtshalber beschlossen die THWler, das Kunstwerk nicht nur anzubinden, sondern gleich an Land zu ziehen.
Nicht eingreifen mussten die Rettungskräfte beim Donauruderclub. Dort hatte sich während der Nacht der Bootssteg aufgestellt. Am Vormittag brachten dann Vereinsmitglieder den Steg wieder in Form und an seinen Platz zurück.
Wegen des Hochwassers waren einzelne Radwege, wie etwa im Englischen Garten, und Zufahrten, wie die zum Verein "Überlauf" überflutet. Am Brandl wurden derweil Vorbereitungen für ein höheres Hochwasser getroffen. Wären die schlimmsten Prognosen eingetreten, erklärte Pallmann, und der Pegel auf 5,50 Meter gestiegen, wäre das Brandl wieder einmal voll gelaufen.
Mächtig Wasser schoss gestern auch über die Staustufen. In Bertoldsheim waren es am Donnerstagabend noch 1120 Kubikmeter, die pro Sekunde durch das Wehr und die drei Turbinen rauschten - das sind 1.120.000 Liter pro Sekunde oder über vier Milliarden Liter pro Stunde. Die reißenden Donaufluten nehmen alles, was schwimmfähig ist, mit sich: Holz, Äste und Zweige, Gras, Wasserpflanzen, aber ebenso auch alles, was vom Hochwasser in den Auwäldern oder den überfluteten Uferbereichen erfasst wird: Plastikflaschen, Bretter und Müll jeder Art. Mit dem "Erfolg" dieses "Großreinemachens" der Donau haben die Angestellten der Kraftwerke besonders bei Hochwasser zu kämpfen: Am Freitag rückten in der Nacht um zwei Uhr drei Lastwagen mit jeweils einem 40-Kubikmeter-Container am Bertoldsheimer Stauwerk an, um die Bescherung der Donau abzutransportieren. Mit Hilfe eines Krans fischte ein Mitarbeiter von Eon das Treibgut aus dem Rechen und lagerte es in einem Becken ab, wo es von der Entsorgungsfirma auf Container verladen und ins Kompostierwerk nach Regensburg gebracht wird. Insgesamt waren es 300 Kubikmeter.
Die Pegel sollen nun die nächsten Tage noch auf hohem Niveau bleiben und nur langsam sinken. "das Gröbvste haben wir aber überstanden", meinte Tobias Pallmann.
(mari/mg/xh)
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