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Protest: Der Quarzsand aus dem Schlacke-Grab

Protest

Der Quarzsand aus dem Schlacke-Grab

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    Auf dem Gelände der Lechstahlwerke in Meitingen türmen sich die Schlackeberge. Was nicht im Straßenbau verwendet wird, muss auf Deponien. Doch die Bedenken der Bürger gegen das Abfallprodukt sind immens. Beim Ausbau der A8 wurde deshalb nach massivem Druck aus der Bevölkerung auf Elektroofenschlacke verzichtet.
    Auf dem Gelände der Lechstahlwerke in Meitingen türmen sich die Schlackeberge. Was nicht im Straßenbau verwendet wird, muss auf Deponien. Doch die Bedenken der Bürger gegen das Abfallprodukt sind immens. Beim Ausbau der A8 wurde deshalb nach massivem Druck aus der Bevölkerung auf Elektroofenschlacke verzichtet. Foto: Archiv

    Mit Händen und Füßen wehren sich seit Monaten Bürger aus dem Wellheimer Ortsteil Hard im Nachbarlandkreis Eichstätt gegen eine Sandwaschanlage. Dabei geht es den Hardern nicht nur darum, dass der Betrieb in unmittelbarer Nachbarschaft zur Wohnbebauung errichtet und im Dreischichtbetrieb rund um die Uhr laufen soll. Was ihnen viel mehr aufstößt, ist die Tatsache, dass für den Bau der Anlage ein elf Meter tiefes Fundament notwendig sei, das darüber hinaus auch noch mit Elektroofenschlacke der Lechstahlwerke Meitingen verfüllt werden soll. Denn angeblich bestehe der Boden dort aus schlammigem Ton, der als Bauuntergrund nicht geeignet sei. Für die Bürgerinitiative, die sich schon bald nach Bekanntwerden der Pläne formiert hat, ist klar: Hier handelt es sich um eine verkappte Deponie.

    Was in Wellheim auf uneingeschränkte Ablehnung stößt, wäre 15 Kilometer weiter in Neuburg ein willkommenes Projekt. Denn in der Sandwaschanlage würde Quarzsand gewonnen werden, der die Grundlage für die Herstellung von Glas ist – und damit für das Unternehmen Verallia (ehemals St. Gobain Oberlandglas) in Neuburg ein elementarer Rohstoff.

    Schon vor vielen Jahren sei Thomas Geyer, der Geschäftsführer der Altmühltaler Quarzsand GmbH, die die Sandwaschanlage in Hard betreiben will, bei Verallia vorstellig geworden, wie Pressesprecherin Cornelia Banzhaf auf Anfrage bestätigte. Er warb für sein Projekt und den Vorteil, wenn das Unternehmen seine Rohstoffe aus der Region beziehen könnte. Denn bislang komme der Quarzsand aus der Nähe von Köln. Geyer konnte die Geschäftsführung überzeugen: Die Firma schickte einen Brief an Bayerns Finanzminister Georg Fahrenschon mit der Bitte, das Projekt zu unterstützen. Derzeit laufen Verhandlungen über Annahmemenge und -preis mit der Altmühltaler Quarzsand GmbH, sagte Banzhaf. Nach Informationen der NR soll neben dem Verallia-Werk in Neuburg auch der Hauptsitz in Bad Wurzach (bei Memmingen) sowie Osram in Augsburg beliefert werden.

    Auch Neuburgs Oberbürgermeister Bernhard Gmehling bekam von Thomas Geyer Besuch – mit demselben Ergebnis: Gmehling zeigte in einem Brief an Ministerpräsident Horst Seehofer die Vorteile auf, die Verallia durch die Sandwaschanlage in Wellheim haben könnte. „Es ging lediglich darum, ein heimisches Unternehmen zu unterstützen“, erklärte Pressesprecher Bernhard Mahler. Über den Anlagenbau an sich und die damit verbundenen Unruhen in dem Ort sei bei der Stadt nichts bekannt.

    So kommt es auch, dass die Stadt Neuburg im Rahmen der Befragung von Trägern öffentlicher Belange eine Stellungnahme abgegeben hat, obwohl diese offiziell vom Bergamt Südbayern, der Genehmigungsbehörde, nicht angefordert war. In den Schreiben spricht sich die Stadt für das Projekt aus, weil der regional gewonnene Quarzsand eben ein Vorteil für das Neuburger Glaswerk wäre. „Wir haben von der Stadt Neuburg keine Stellungnahme gefordert. Uns liegt aber trotzdem eine vor“, bestätigt Ingo Tönnesmann. Der Leiter des Bergamtes schränkt aber ein, dass diese – wenn überhaupt – nur am Rande berücksichtigt werden könne.

    Den kompletten Artikel lesen Sie in der Dienstagsausgabe der Neuburger Rundschau.

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