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Behördenfunk: Die Angst vor den Strahlen

Behördenfunk

Die Angst vor den Strahlen

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    Die Angst vor den Strahlen
    Die Angst vor den Strahlen Foto: DPA

    Untermaxfeld Von der Geheimaktion zur großen Transparenz? Davon kann beim bundesweiten Aufbau des Digitalfunknetzes längst noch keine Rede sein, sagen Physiker Professor Dr. Klaus Buchner aus München sowie der Augsburger Funktechniker und Telekommunikationsberater Ulrich Weiner. Im Rahmen einer von der Interessengemeinschaft gesundheitsbewusster Bürger der Gemeinde Königsmoos am vergangenen Samstag initiierten Aufklärungsversammlung watschten die beiden Referenten das Bayerische Innenministerium und das mit dem Aufbau betraute Unternehmen Telent aus dem württembergischen Backnang gehörig ab.

    Die neue Technik soll die Kommunikation von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten erheblich verbessern, doch das Gegenteil sei der Fall, so Buchner und Weiner unisono. Der Tetra-Digitalfunk sei aufgrund der rund um die Uhr sendenden Basisstation ein nicht zu unterschätzendes Gesundheitsrisiko, vom hohen Stromverbrauch ganz abgesehen, so Telekommunikations-Unternehmensberater Ulrich Weiner.

    Zudem sprach er dieser Technik jegliche Qualität ab, um gleichsam dem analogen Funkverkehr das Wort zu reden. Als Beispiel nannte er den weltweiten Flugverkehr, auf dessen Frequenzen man im Gegensatz zu Tetra, mithören könne. Und genau dies sei im Rettungswesen äußerst wichtig. „Tetra taugt schon allein wegen seiner Störanfälligkeit nichts“, so Weiner.

    Das Nachbarland Österreich habe den Tetra- Digitalfunk bereits komplett gestoppt, Dänemark und die Niederlande aufgrund der hohen Störanfälligkeit die Rückkehr zum analogen Funkverkehr wieder vollzogen. In Norwegen habe der Ausfall eines einzigen Servers das Rettungswesen für drei Stunden lahmgelegt. Laut Weiner verzeichnete England im Zeitraum von 2005 bis 2008 insgesamt 93 Ausfälle. Die Datenübertragung von Tetra, dessen Reichweite unter 500 Meter liegt, entspreche gerade mal der Leistung von 20 Jahre alten Faxgeräten.

    Professor: Studien belegen erhöhtes Krebsrisiko

    Die gesundheitlichen Gefahren, die davon ausgehen, beleuchtete Professor Klaus Buchner. Die Belastung bei Tetra sei weitaus höher als bei Handys. Etliche Studien würden das Krebsrisiko bestätigen, doch gerade diesbezüglich verbreite das bayerische Innenministerium Lügen. Zumal viele Studien von der Industrie in Auftrag gegeben und bezahlt werden und folglich andere Ergebnisse aufweisen als frei finanzierte Studien: „Mit positiven Meldungen werden Geschäfte gemacht“.

    Das brasilianische Belo Horizonte mit seinen zwei Millionen Einwohnern sei ein Beispiel, welch hohe Strahlungskraft von Funkmasten ausgehe. 7000 Krebsfälle seien dort bei Personen aufgetreten, die nahe am Sendemasten wohnten. Tetra dringe aufgrund von Fehlimpulsen tief ins Gehirn ein. „Und solches mutet man Menschen und Einsatzkräften zu“, so Buchner kopfschüttelnd.

    Die Veranstaltung in der mit 250 Zuhörern nur halb gefüllten Untermaxfelder Donaumooshalle war eigentlich als Pro-Contra-Diskussion geplant. Sowohl Netzwerkbetreiber Telent als auch das Bayerische Innenministerium hatten ihre Teilnahme jedoch abgesagt. „Es ist nicht richtig, wie das Innenministerium mit seiner Aufklärung an die Bürger herantritt“ so ein enttäuschter Interessengemeinschaftsvertreter Günter Endter. Jeder Handwerksbetrieb oder Lebensmittelhersteller habe sich Regeln und Auflagen zu unterziehen, „doch das Innenministerium möchte die Sendemasten am liebsten heimlich, still und leise aufstellen lassen und uns Bürger dabei auch noch für dumm verkaufen“.

    Als Lösung des Problems nannten Buchner und Weiner Zurückhaltung beim Bau von Sendemasten, bis ein anderes System zur Verfügung steht. Den Kommunen empfahlen sie die Einführung eines Moratoriums. Für die Gemeinde Ehekirchen scheint der Zug allerdings bereits abgefahren zu sein. Die dortigen Ratsherren haben das Vorhaben bereits mehrheitlich abgesegnet.

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