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Einweihung: Die Bahn ist gekommen

Einweihung

Die Bahn ist gekommen

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    Freie Fahrt am neuen Bahnhof (von links): Landtagsabgeordnete Erika Görlitz, Jörg Ritzert von der Bahn, Baar-Ebenhausens Bürgermeister Ludwig Wayand und Michael Franken, Bürgermeister von Reichertshofen.
    Freie Fahrt am neuen Bahnhof (von links): Landtagsabgeordnete Erika Görlitz, Jörg Ritzert von der Bahn, Baar-Ebenhausens Bürgermeister Ludwig Wayand und Michael Franken, Bürgermeister von Reichertshofen.

    Ingolstadt Am vergangenen Wochenende ist eine Ära zu Ende gegangen: Nach weit mehr als 100 Jahren gibt es keinen Bahnhof Reichertshofen mehr. Die Wehmut darüber kann Bürgermeister Michael Franken nicht ganz verhehlen. Dafür freut sich sein Kollege Ludwig Wayand aus Baar-Ebenhausen um so mehr: Gestern wurde dort der neue Bahnhof eingeweiht. Er liegt rund einen halben Kilometer vom alten entfernt.

    Für die Bahn ist das Eineinhalb-Millionen-Euro-Projekt weit mehr als nur ein regionaler Bahnhalt. Jörg Ritzert von der DB Netz AG sieht den Neubau gar als „Meilenstein“ im Ausbau der Strecke Stockholm-Berlin-Verona. In der Region soll die rund 40 Kilometer lange Bahnlinie zwischen Ingolstadt und Petershausen hochgeschwindigkeitstauglich gemacht werden.

    Zwischen Ingolstadt und Rohrbach sollen die Züge bis zu 160 Stundenkilometer schnell werden, danach bis Petershausen gar 190 Stundenkilometer. Es ist der letzte Abschnitt auf der Express-Strecke zwischen Nürnberg und München, die bereits 2006 in Betrieb gegangen ist. In zweieinhalb Jahren sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Und bis dahin will die Bahn auch wieder zum regulären Fahrplan zurückkehren (siehe Info).

    Die zahlreichen Pendler, unter anderem auch aus dem Kreis Neuburg-Schrobenhausen, können sich über eine Park-and-Ride-Anlage am neuen Bahnhof freuen, die einmal 160 Stellplätze haben soll. Außerdem wurde eine barrierefreie Unterführung gebaut; in Reichertshofen stand acht Jahre lang ein provisorischer Übergang.

    Zahlreiche Gleise und Weichen wurden erneuert

    Auch wurden viele Gleise und Weichen erneuert, ein elektrisches Stellwerk funktioniert nach einigen Anlaufschwierigkeiten im Juli jetzt auch einwandfrei, erklärt Projektleiter Thomas Thürer. Demnächst soll auf dem Gelände am Bahnhalt, das jetzt noch größtenteils Baustelle ist, eine Bushaltestelle hinzukommen.

    Während Politiker und Bahnverantwortliche das Projekt feiern, ist eine Anwohnerin ziemlich sauer. Sie wohnt in Sichtweite zum neuen Bahnhof und konnte deshalb die letzten lauen Sommernächte kaum genießen, auch wenn die Gleise jetzt sogar 30 Meter weit weg liegen: Güterzüge donnern vorbei, die Beleuchtung des Pendlerparkplatzes strahlt direkt in ihre Wohnung, auch der Straßenlärm ist zu hören. Früher hatte sie eine Aussicht ins Grüne, „jetzt sehe ich nur eine Blechlawine und einen Stangerlwald“. Ein Privatmann hatte Bäume auf seinem Grundstück abgeholzt und ihr damit den Lärm- und Sichtschutz genommen – und von der Bahn weiß sie nicht, was die plant. Jetzt hofft sie auf das Versprechen von Thomas Thürer.

    Ein Erdwall, gut drei Meter hoch, soll verlängert werden. Und dann soll das Gelände der Bahn auch wieder begrünt werden. Insgesamt sollen zwischen Ingolstadt und Petershausen auf einer Länge von 25 Kilometern Lärmschutzwände gebaut werden.

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