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Die Krönung des internationalen Donautages

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Die Krönung des internationalen Donautages

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    Unter Markus Söder rauscht das Wasser der Donau in das Umgehungsgewässer. Bayerns Umweltminister gab gestern den offiziellen Startschuss für das Redynamisierungsprojekt der Donauauen zwischen Ingolstadt und Neuburg. Fotos: Manfred Rinke
    Unter Markus Söder rauscht das Wasser der Donau in das Umgehungsgewässer. Bayerns Umweltminister gab gestern den offiziellen Startschuss für das Redynamisierungsprojekt der Donauauen zwischen Ingolstadt und Neuburg. Fotos: Manfred Rinke

    Eines der letzten Relikte einer einst wilden Flusslandschaft

    Söder verwies in seiner Rede am gestrigen Internationalen Donautag auf die besondere Mitverantwortung des Freistaats für die "Lebensader Europas". Mit über 2800 Kilometer ist sie der längste Fluss des Kontinents, knapp 700 Kilometer fließen durch Deutschland. Zwischen Neuburg und Ingolstadt suchte sich die Donau bis zur Regulierung und den Bau der Staustufen auch ihren Weg durch den größten noch zusammenhängenden Auwald Europas (2100 Hektar) - eines der letzten noch erhaltenen Relikte einer einst wilden und großartigen Flusslandschaft der bayerischen Donau, wie Söder meinte.

    Mit der Trockenlegung sei ein dynamischer, von ständigem Wechsel geprägter Auenlebensraum sozusagen stillgelegt worden. Flora und Fauna veränderten sich dadurch nachhaltig. Diese Dynamik soll nun wieder zurückkehren. "Das Thema ist abgeschlossen, ab heute sind Fluss und Auwald durch einen Umgehungsgraben und einen Fischpass wieder miteinander verbunden", sagte der Minister. Ökologischer Nutzen und ein verbesserter Hochwasserschutz durch die gesteuerten Flutungen des Auwaldes seien mit diesem Projekt optimal verbunden. Bei den Flutungen wird durch ein zweites Wehr flussaufwärts Richtung Neuburg über mehrere Tage bis zu 25 Kubikmeter Wasser in der Sekunde in den Auwald geflutet.

    Freistaat finanziert 15 Millionen-Euro-Projekt maßgeblich mit

    "Rund gemacht" werde das Projekt durch das Aueninstitut, das die Veränderungen der Natur wissenschaftlich begleitet. Söder sprach der Region für das 15 Millionen Euro teure, "durchdachte Projekt", das der Freistaat mit rund elf Millionen Euro maßgeblich unterstützte, sein Kompliment aus. Er dankte auch dem Ideengeber, der Stadt Ingolstadt und Altlandrat Dr. Richard Keßler, der das Projekt engagiert vorangetrieben habe.

    Vor den Ehrengästen, unter ihnen auch Prinz Ludwig von Bayern, Regierungspräsident Christoph Hillenbrand, die Landtagsabgeordneten Erika Görlitz, Hans-Joachim Werner und Markus Reichhart, drückte Ingolstadt Oberbürgermeister Dr. Alfred Lehmann seinen Stolz für das Projekt aus, zu dem Ingolstadt mit einem in Auftrag gegebenen Gutachten den Anstoß gegeben habe.

    Landrat Roland Weigert lobte seinen Vorgänger Richard Keßler als "einen der Väter" des Auenprojektes. Für den Internationalen Donautag, den heuer Ingolstadt und Neuburg mit einer Aktionswoche gemeinsam ausrichten, sei die Inbetriebnahme der Anlagen die Krönung. "Es ist ein Leuchtturmprojekt auf internationaler Ebene", sagte Weigert. Wie Karl Deindl, der Leiter des Wasserwirtschaftamtes, lobte auch der Landrat das Projekt als Musterbeispiel für staatliche und kommunale Zusammenarbeit. Durch die wissenschaftliche Arbeit des Aueninstituts, das in Kürze an die Katholische Universität Eichstätt überführt wird, sei die Nachhaltigkeit gesichert. Das Projekt könnte Vorbild für weitere Projekte im Naturschutz und der Wasserwirtschaft sein.

    Neuburgs Oberbürgermeister Dr. Bernhard Gmehling dankte für die gemeinsame Leistung des Freistaates, der Städte Ingolstadt und Neuburg, des Landkreises und des Wasserwirtschaftsamtes. "Es ist wieder ein kleines Stück mehr Hochwasserschutz für Neuburg."

    Bevor Stadtpfarrer Gerd Zülke und sein evangelischer Kollege Dr. Jürgen Habermann aus Ingolstadt dem Projekt ihren Segen gaben, erinnerte Andreas Krug vom Bundesamt für Naturschutz daran, dass die Wiederherstellung der Durchgängigkeit der Donau zwischen Neuburg und Ingolstadt kein Ersatz für eine frei fließende Donau sei. Keinesfalls sollte damit der Bau neuer Staustufen begründet werden. Für den Bund sei das Projekt bedeutend, weil es mithelfe, national gesteckte Ziele zur Sicherung der Fließgewässer und der Auenfunktion zu erreichen.

    Musikalisch begleiteten die Neuburger Jagdhornbläser die Inbetriebnahme der Anlagen. Für ihre Chronik hatten sie die Zeremonie schon in einem Bild festgehalten. Umweltminister Söder durfte sich darauf verewigen.

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