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Polizei: Die Maschen der Betrüger

Polizei

Die Maschen der Betrüger

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    Die Maschen der Betrüger
    Die Maschen der Betrüger

    Ingolstadt Sie klingeln an Haustüren und geben sich als städtische Mitarbeiter aus. Sie rufen bei älteren Menschen an und gaukeln ihnen vor, sie seien ihre in Not geratenen Enkel. Sie schicken Mails und beschuldigen die Empfänger, Kinderpornos zu besitzen. Ihr Ziel ist immer dasselbe: Die Betrüger wollen ihre Opfer abzocken. Sobald eine ihrer Maschen bekannter geworden ist und die potenziellen Opfer vorsichtiger werden, ändern sie ihre Taktik leicht ab – und machen weiter. Denn geschnappt werden nur wenige, muss Peter Grießer, Sprecher beim Polizeipräsidium Oberbayern Nord, zugeben. Sie verschwinden sehr schnell, viel hängt von der Beschreibung der Opfer ab. Und bei Internet-Betrügern, die oft im Ausland sitzen, wird es noch schwieriger. Aus Datenschutzgründen hat es die Polizei schwer, an die entsprechenden IP-Adressen zu kommen. Und selbst wenn die Ermittler den Betrügern auf die Spur gekommen sind, sind die schon oft wieder auf anderen Servern unterwegs. Auch bei den Taten gibt es wohl eine Dunkelziffer, vermutet Grießer. Einige Opfer schämen sich, dass sie auf einen miesen Trick hereingefallen sind und melden sich deshalb erst gar nicht bei der Polizei.

    Eine Auswahl an Tricks, mit denen Betrüger zurzeit in der Region unterwegs sind und vor denen die Polizei warnt:

    Die Telefonbetrüger

    Erst am Mittwoch hatte bei einem 51-jährigen Ingolstädter das Telefon geklingelt. Ein Unbekannter hatte dem Mann einen Gewinn von 139000 Euro versprochen. Der Haken: Zuerst müsse der Gewinner 1400 Euro an Gebühren bezahlen. Dazu sollte er Gutscheinkarten des Online-Bezahldienstes Ukash mit einem aufgedruckten Nummerncode an einer Tankstelle kaufen. Erst nach einem anschließenden Anruf bei einer Hamburger Nummer könne der Geldtransport veranlasst werden. Der Ingolstädter fiel nicht auf dem Trick rein, sondern informierte die Polizei. Und der ist die Nummer nicht ganz unbekannt. Sie ist gerade in Bayern auf dem Vormarsch und auch aus dem Landkreis Eichstätt wurde bereits ein Fall gemeldet. Die Betrüger können, sobald der „glückliche Gewinner“ den Nummerncode telefonisch durchgegeben hat, über das entsprechende Geld verfügen.

    Die Internet-Betrüger

    Schon seit Wochen versuchen Betrüger, mit einer fingierten E-Mail des Bundeskriminalamts (BKA) an Geld zu kommen. Die Methode ist ähnlich wie bei den Telefonbetrügern. Denn auch in diesem Fall sollen die Adressaten über einen Online-Bezahldienst Geld überweisen. Zunächst wird ihr heimischer PC mit einem Virus verseucht, dann öffnet sich ein Fenster mit dem BKA-Logo. Dabei wird den Opfern der Besitz von illegalen Unterlagen vorgeworfen, außerdem wird der Rechner komplett gesperrt. Eine Entsperrung sei angeblich nur durch die Zahlung von 100 Euro möglich. Dem Ingolstädter Polizeipräsidium wurden bereits Fälle im dreistelligen Bereich gemeldet.

    Die Schockanrufer

    Betroffen sind meist Ausländer, denen ein Unglücksfall vorgegaukelt wird, aus dem sie sich nur durch die Zahlung hoher Summen freikaufen können. So hat ein russischer Anrufer – ein angeblicher Polizist – einer Mutter am Telefon mitgeteilt, dass ihr Sohn einen Unfall verursacht habe und nur durch die Zahlung von 10000 Euro einer Festnahme entgehen kann. Noch während des Telefonats kam ein weiterer russisch sprechender Mann zur Wohnung, dem die Frau 400 Euro übergeben hat.

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