Startseite
Icon Pfeil nach unten
Neuburg
Icon Pfeil nach unten

Eiszeit: Die klirrende Kälte lässt bibbern

Eiszeit

Die klirrende Kälte lässt bibbern

  • |
  • |
  • |
    In den Straßen türmt sich angeschaufelter Schnee wie hier in Neuburg.
    In den Straßen türmt sich angeschaufelter Schnee wie hier in Neuburg. Foto: Foto: xh

    Neuburg-Schrobenhausen Väterchen Frost hat die Region fest im Griff. Klirrende Kälte trotz Sonnenschein bringt bizarre Eis-Impressionen in der Natur mit sich, aber auch das große Bibbern bei den Menschen. Denn bei Temperaturen um die 20 Grad unter Null geht die Kälte durch Mark und Bein.

    Da stellt sich automatisch die Frage: Was ziehe ich an? Und vor allem: Was trage ich drunter? „Dicke Socken und Thermo-Unterwäsche“, empfiehlt Politesse Emilia Banaszek und drüber trägt sie eine teflonbeschichtete und isolierte Snowboardhose. „Bei solchen Temperaturen ist gutes Aussehen relativ egal, da verzichtet sie auch mal auf die Kopfbedeckung ihrer Uniform und ersetzt sie durch eine warme Mütze. Hauptsache man friert nicht!“, so Emilia Banaszek, die täglich acht Stunden in der Kälte arbeitet.

    Klamme, steife Finger und Frösteln kennt auch Ursula Schulz. Denn während die meisten Menschen noch schlafen, macht sie sich schon mit ihrem Fahrrad auf den Weg nach Rohrenfels, um dort für die Neuburger Rundschau 150 Zeitungen auszutragen. Ihre Arbeitszeit beginnt gegen 1.45 Uhr. Um sich vor der Kälte zu schützen, trägt die 57-Jährige mehrere Schichten Kleidung: Zwei Paar Socken, zwei Pullover, unter der Hose eine Leggings, auf dem Kopf eine Mütze, um den Hals einen Schal und natürlich dürfen auch die Handschuhe nicht fehlen. Zum Aufwärmen hat sie immer eine Kanne Tee bei sich. Doch selbst der hält manchmal den eisigen Minusgraden nicht stand: Einmal ist er in der Thermoskanne gefroren.

    „Ich vertraue auf den Zwiebellook: Je mehr Schichten, desto besser. Aber trotz unserer guten Amtskleidung geht nichts ohne eine lange Unterhose“, verrät Klaus Walter, Postbote in Neuburg, der die meiste Zeit auf seinem Fahrrad verbringt.

    In der Kälte müssen gelegentlich auch Pendler und Fahrschüler ausharren, die per Zug unterwegs sind. Wie Michael Rieger von der agilis-Verkehrsgesellschaft sagt, vereisen Weichen und Bahnübergänge, die nicht beheizbar sind. „Das gibt dann vereinzelt Wartezeiten bis zu einer Stunde.“ Insgesamt aber seien die Verzögerungen nicht dramatisch.

    Dick einmummeln müssen sich selbst diejenigen, die in diesen Tagen sportlich unterwegs sind. Bewegung macht zwar warm, dennoch ragen rote Nasen unter Pudelmützen hervor bei den Jungs, die auf dem Neuburger Bachweiher Eishockey spielen. Und auch auf anderen Seen haben die Eissportler Station bezogen. Stockschießen, Schlittschuhlaufen, Schlittenfahren ist drin – lediglich mit dem Langlaufen hapert es noch. „Es geht so gut wie gar nichts“, sagt Erich Koch. Die klirrende Kälte sei hervorragend, aber Schnee liege halt zu wenig. „Zehn Zentimeter müssen schon noch kommen, damit ich schöne Loipen spuren kann.“ Ähnliches sagt Ludwig Reile: „Ich habe versucht, in Gietlhausen zu spuren, aber es hat keinen Wert.“ Etwas mehr von der weißen Pracht wünscht sich auch Rudolph Stöckl. Er hat zwar seinen Schlepplift in Übersfeld (Gemeinde Marxheim) in Betrieb genommen, aber die Pistenverhältnisse am Kaiserschachen seien noch nicht optimal. Jedoch könne man durchaus den Hang hinabwedeln.

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein
    Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden