Wo Europa den Säckel zu macht, springt die Stadt Neuburg ein. Am 31. Dezember lief das EU-Förderprogramm „Stärken vor Ort“ aus, am Dienstag hat der Stadtrat 60 000 Euro für verschiedene soziale Projekte in den Haushalt aufgenommen, um den Rückzug der EU abzufedern (NR berichtete). Außerdem bleibt das Entscheidungsgremium des ehemaligen Programms mit den Stadträten Eva Lanig, Doris Stöckl und Vallabh Patel sowie Stadtteilmanager Jürgen Stickel und Harald Neumeier von der Stadtverwaltung – in kleinerer Form als bisher – bestehen.
Die 60 000 Euro sind kein Pappenstiel in der Liste der freiwilligen Leistungen der Stadt. Im Vergleich zu den EU-Geldern allerdings (insgesamt rund 180 000 Euro) auch nicht viel. „Uns fehlen einfach jeweils 50 000 Euro im Ostend und im Schwalbanger“, bringt es Stadtteilmanager Jürgen Stickel auf den Punkt. Weil dieses Geld niemals gereicht hätte, alle Projekte aus „Stärken vor Ort“ weiterzuführen, musste das Gremium den Rotstift ansetzen und zwischen den unterschiedlichen sogenannten Mikroprojekten (Einzelförderung bis maximal 10 000 Euro) wählen. Bestehen bleiben:
„Eltern stärken“ Petra Metz kümmert sich um Eltern von Schulkindern, die einen Migrationshintergrund haben. Sprachunterricht für die Eltern und pädagogische Führung sind Kern des Projekts, das in der Grundschule am Schwalbanger und im dortigen Bürgerhaus angeboten wird. Ein ähnliches Projekt ist „Beratung und Unterstützung für Menschen mit Migrationshintergrund“, das im Bürgerhaus im Ostend untergebracht ist. Geleitet wird es von Olga Arngold. Sie hilft Migranten beim Ausfüllen von Anträgen für etwa soziale Leistungen oder begleitet sie bei ersten Amtsgängen.
„Jugendraum“ Eines der erfolgreichsten Aushängeschilder des Bürgerhauses im Ostend ist der Jugendraum, der ebenfalls Finanzmittel von der Stadt Neuburg erhält. Der Jugendraum, auch finanziert durch Gelder des Rotary Clubs, zeichnet sich durch zahlreiche Veranstaltungen und Aktionen aus. Bekanntester Abkömmling dürfte der Ostend-Cup sein, der im vergangenen Jahr mit 22 Mannschaften zu einem der größten vereinsunabhängigen Fußballturniere heranreifte. „Es ist mein Lieblingsprojekt“, gesteht Jürgen Stickel. Es gehe auch darum, Jugendlichen Verantwortung beizubringen. Der Jugendraum bringt die jungen Menschen des Ostends einander näher, damit diese sich später ehrenamtlich für den Stadtteil engagieren. Das Projekt ist ein Selbstläufer, braucht aber finanzielle Unterstützung.
Traumtheater Auch Tanja Kolbs Traumtheater erhält Unterstützung durch die Stadt Neuburg. In zwei verschiedenen Projekten sollen Kinder und Jugendliche zum einen im Handwerk qualifiziert werden – eine Förderung des Feldes Berufswunsch/Berufswahl. Der andere Teil beschäftigt sich mit Theaterpädagogik. Hier soll den Kindern Ausdrucksvermögen vermittelt werden.
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