Ingolstadt Die Fassade ist für viele Menschen oft mindestens so wichtig, wie das, was drinsteckt. Dieser Grundsatz gilt auch bei der Generalsanierung des Klinikums.
Entsprechend viel Raum widmete der Aufsichtsrat bei seiner Sitzung gestern der Frage, wie das größte und leistungsfähigste Krankenhaus der Region einmal aussehen könnte. Architekt Stefan Ludes vom gleichnamigen Architekturbüro in Berlin, das den Auftrag zur Generalsanierung bekommen hat, wartete mit interessanten Vorschlägen auf. Was das Material anbelangt, schlägt Ludes Terrakotta vor. Solche Fassadenplatten sind in vielen Größen und Farben auf dem Markt. Die Farbe spielte gestern allerdings nur eine zweitrangige Rolle. Nur eines zeichnete sich bereits ab: Grün kommt wohl nicht mehr infrage – an dieser für das Klinikum charakteristischen „Hausfarbe“ haben sich die Aufsichtsräte in den nun 30 Jahren des Bestehens offenbar sattgesehen. Personal und Patienten wohl auch.
Beschlossen ist allerdings noch lange nichts, was Material oder Gestaltung anbelangt. Oberbürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender Alfred Lehmann wird dazu den Gestaltungsbeirat des Stadtrates befragen und eine Empfehlung dieses Fachgremiums einholen. Eines dürfte jetzt schon klar sein: Wie auch immer die Entscheidung ausfällt – sie dürfte für viele Diskussionen in der Öffentlichkeit sorgen.
Kein Solarpark auf den Dächern möglich
Eine überraschende Antwort hatte Geschäftsführer Heribert Fastenmeier auf eine Anfrage von Thomas Thöne (SPD): Große Fotovoltaikflächen auf den riesigen Flachdächern des Klinikums könnten im Zuge der Sanierung bautechnisch gut und wohl auch relativ günstig realisiert werden, aber es stehen wirtschaftliche Gründe dagegen. Denn das Klinikum ist staatlich gefördert und deshalb müssten alle Erlöse aus der Stromerzeugung an den Freistaat Bayern abgeführt werden. Für Thöne ist das völlig unverständlich: Einerseits würden die Stromleitungen fehlen, um die Energie der Windkraftanlagen an der Nordsee in den Süden der Republik zu transportieren. Zugleich würden aber Anlagen Vorort durch solche wirtschaftlichen Gesichtspunkte verhindert werden.