Neuburg Niedrigschwellige Hilfen zu leisten ist das primäre Ziel der Schulsozialarbeit an der Mittelschule in Neuburg. Unter der Trägerschaft des Caritasverbands Neuburg-Schrobenhausen ging dieses Programm, zu gleichen Teilen finanziert von Stadt und Landkreis, am 1. März 2007 zusammen mit der Nachmittagsbetreuung an den Start. Jetzt, fünf Jahre später, wurde von den Verantwortlichen ein Resümee gezogen.
Die Schulsozialarbeit an der Mittelschule umfasst die Bereiche Beratung und Konfliktmanagement, Förderung sozialer Kompetenzen, die Unterstützung der Schüler beim Übergang von Schule zum Beruf, Antiaggressionstraining und vieles mehr. Ein wichtiger Aspekt ist für Schulsozialarbeiter Markus Bach vor allem auch die im September 2011 eingeführte Sprachintensivklasse für Schüler mit Migrationshintergrund. Auf besonderes Interesse stoße außerdem das Projekt „Grenzgänger“, das zusammen mit der Bewährungshilfe des Landgerichts Ingolstadt durchgeführt wird und Straftaten vorbeugen soll.
Enge Zusammenarbeit und Vertrauen als Schlüssel zum Erfolg
Den Schlüssel zum Erfolg des Programms sieht Bach im gut funktionierenden Zusammenspiel zwischen Schülern, Eltern und Lehrern. Die Jugendlichen hätten eine enge, vertrauensvolle Bindung zu den Betreuern. So sei vor etwa zwei bis drei Jahren ein Mädchen, ursprünglich Schülerin der Mittelschule, aus einer Jugendhilfseinrichtung geflohen und habe sich sofort hilfesuchend an die Nachmittagsbetreuung gewandt.
Aber nicht nur Bach und die Betreuer sind stolz auf die positive Entwicklung der Schulsozialarbeit. Oberbürgermeister Dr. Bernhard Gmehling sieht das Programm als „eine sinnvolle Investition, die sich menschlich, sozial und finanziell ausgezahlt hat“. „Ein Experiment, dessen Erwartungen sich erfüllt haben“, findet auch Landrat Roland Weigert.
Für die Zukunft hat Schulsozialarbeiter Bach noch einiges vor. Er wünscht sich einen Raum, in dem Fahrschüler, die auf den Bus warten, ihre Hausaufgaben erledigen können und im Pausenhof einen Niedrigseil-Parcour für Teambuildingmaßnahmen. Bereits beschlossen ist der baldige Aufbau eines Kletterturms und einer Schaukel, finanziert durch den „Freundeskreis“ der Mittelschule. Bevor allerdings im Pausenhof weitere Veränderungen vorgenommen werden, benötigt die Schule gewisse Sicherheitsvorkehrungen. Es sei nämlich schon häufiger vorgekommen, dass Jugendliche in der Nacht zum Beispiel die Basketballkörbe heruntergerissen hätten. Deshalb werden nun Kameras und eine Beleuchtung installiert. Die Kosten dafür übernimmt die Stadt als Sachaufwandsträger.
Im Hinblick auf die künftige Finanzierung der Schulsozialarbeit hoffen Bach und Schulleiter Theodor Porada weiterhin auf die Unterstützung von Stadt und Landkreis. Auf Grund der ständigen Erweiterung des Aufgabenfelds und des Zuständigkeitsgebiets sei eine personelle Verstärkung dringend nötig. Dieses Anliegen stieß bei den Geldgebern auf Verständnis, das Budget des kommunalen Haushalts sei jedoch begrenzt.