Neuburg Für die Untere Altstadt in Neuburg gibt es ab sofort eine Gestaltungssatzung. Flach- und Pultdächer sowie ein knalliger Fassadenanstrich sind somit tabu. Der Bauausschuss hat in seiner gestrigen Sitzung die Einzelheiten der Satzung festgelegt.
Seit einigen Monaten schon wird über das ob und wie einer Gestaltungssatzung unter den Stadträten diskutiert. Schließlich wurde der Beschluss gefällt, in Absprache mit dem Amt für Denkmalschutz, Stadtheimatpfleger Roland Thiele und dem Ältestenrat eine Satzung zu entwerfen. „Sie ist kein Garant für eine positive Gestaltung. Sie soll aber eine Schutzfunktion gegen unerwünschte, negative Auswüchse darstellen“, sagte Robert Dießner vom Bauamt.
Bis in die 90er Jahre hinein habe es für die Untere Altstadt bereits eine Gestaltungssatzung gegeben. Die sei damals abgeschafft worden, weil sie nicht mehr zeitgemäß war. Jetzt soll es eine neue richten, doch längst nicht alle Stadträte konnten sich damit anfreunden. „Eine derartige Verordnung brauchen wir nicht“, sagte Karl-Heinz Katzki (SPD), denn bisher habe in Absprache mit den Bauherren der Wille der Stadt immer umgesetzt werden können. Anita Kerner (FW) ernannte Robert Dießner zum Farbenpapst und fragte: „Hat die Bauverwaltung dann das Geschmacksdiplom, um zu entscheiden, welche Hausfarbe schön und welche unpassend ist?“
Die Mehrheit der Ausschussmitglieder votierte aber für die Einführung einer Gestaltungssatzung. Theo Walter (Grüne) sagte: „Es gibt katastrophale Bausünden in Neuburg, bei denen wir als Stadt nichts dagegen machen konnten.“ Anita Kerner, Franz Rucker (FW) und Karl-Heinz-Katzki stimmten dagegen.