Der Kauf einer Fahrkarte in den Bahnhöfen in Neuburg und Schrobenhausen gestaltet sich in letzter Zeit schwieriger. So sieht das zumindest der Fahrgastverband Pro Bahn im Landkreis anhand eigener Erfahrungen und anhand von Beschwerden der Fahrgäste.
Schon seit einigen Monaten gibt es immer wieder Probleme mit den Fahrscheinautomaten an den beiden Bahnhöfen, berichtet Manfred Binzer von der Pro Bahn-Kreisgruppe. Besonders in Neuburg seien die Störungen extrem häufig: „Außerdem reicht der dortige Fahrscheinautomat für den Andrang der vielen Reisenden in den Hauptverkehrszeiten absolut nicht aus.“
Pro Bahn habe diesen Missstand auch schon bei Agilis moniert. Dort ist das Problem erkannt. „Ein zweiter Automat wird kommen“, sagt der Michael Rieger, Marketingleiter bei Agilis. Wann, das sei allerdings noch nicht absehbar. Der Verkauf des Neuburger Bahnhofs verzögere die Aufstellung. Für die sowie Wartung der Fahrkartenautomaten ist nicht Agilis selbst, sondern die Deutsche Bahn zuständig. Momentan würden Gespräche mti dem neuen Eigentümer geführt, wann und wo der neue Automat hin kommt.
An beiden Bahnhöfen gibt es zwar noch einen personenbedienten Verkauf, jedoch sind dort viele Fahrkarten teurer als am Automaten. In Schrobenhausen gibt es hierfür einen DB-Fahrkartenschalter, dort warten Fahrgäste aber regelmäßig umsonst, da der Schalter auch zu den üblichen Öffnungszeiten immer wieder geschlossen sei. In Neuburg findet der Kartenverkauf mit persönlicher Beratung in den Geschäftsräumen einer Reiseagentur im Bahnhof statt. Dort standen die Fahrgäste in den vergangenen zwei Wochen vor verschlossenen Türen. Nach einem Trauerfall ist ist die Reiseagentur seit gestern aber wieder geöffnet.
Auf der Paartalbahn, also in den Zügen der Bayerischen Regiobahn zwischen Augsburg und Ingolstadt, besteht die Möglichkeit, Fahrkarten an einem im Zug installierten Automaten zu kaufen. Dass in den Wagen von Agilis auf der Donautalbahn zwischen Donauwörth und Ingolstadt keine Automaten stehen, stößt bei Pro Bahn auf Unverständnis. Michael Rieger kann diesen Umstand aber erklären: „Wir haben uns in diesem Bereich dafür entschieden, die Tickets nicht an Bord zu verkaufen, weil dies bei den vielen Fahrgästen auf dieser Strecke unvorteilhaft wäre. Stattdessen haben wir nun auch kleine Bahnhofe mit Automaten bestückt.
Pro Bahn befürchtet, dass durch den erschwerten Fahrkartenverkauf die Gäste zu Schwarzfahrern werden. Doch das kann Rieger ausschließen: „Selbstverständlich kann man den Servicemitarbeitern mitteilen, dass der Automat nicht funktioniert hat und dann noch im Zug ein Ticket lösen.“ Das wird allerdings überprüft, schließlich soll kein Schindluder betrieben werden. (glori/nr)