Das Gelände direkt neben den Bahngleisen gilt als heikles Gebiet, schließlich befand sich dort, direkt neben den Bahngleisen, im Zweiten Weltkrieg das Heereszeugamt, das verstärkt von den Alliierten bombardiert worden war. Auch das Audi-Gelände, ebenfalls ein Ziel der Luftangriffe, ist nicht weit.
Eine hohe Wahrscheinlichkeit, gerade hier an der Theodor-Heuss-Brücke eine Bombe zu finden, war also da. Und so ließ der Bauherr den Boden untersuchen, bevor die Bauarbeiten losgehen sollen.
Die Männer von der Kampfmittelbeseitigung sind gestern dann tatsächlich fündig geworden: In rund eineinhalb Meter Tiefe tauchte die etwa 70 Kilo schwere amerikanische Fliegerbombe mit einem sogenannten Fallzünder auf. Ihre Entschärfung galt beim Sprengkommando jedoch nicht als schwierig. So funktionierte am frühen Abend gegen 17.45 Uhr auch alles reibungslos: In 14 Minuten war die Bombe entschärft.
Als Vorsichtsmaßnahme wurden die oberen Stockwerke eines Hochhauses neben der Brücke evakuiert. Betroffen waren rund 20 Haushalte. Während der Arbeit des Sprengkommandos war die Theodor-Heuss-Brücke komplett gesperrt, auch Züge konnten währenddessen nicht fahren. Die explosiven Arbeiten waren in den Abend verlegt worden, da am Freitag zu dieser Zeit der Berufsverkehr bereits vorbei ist. Die Mitarbeiter eines angrenzenden Baustoff-Lagers waren ebenfalls s in Feierabend. Keine Gefahr bestand für Kunden und Beschäftigte eines zugehörigen Baumarkts dahinter.
Einige Male waren die Bombensucher in den vergangenen Tagen auch auf eine falsche Fährte gelockt worden. Denn das Grundstück besteht weitgehend aus Auffüllmaterial, deshalb haben auch Töpfe und alte Gasmasken Alarm geschlagen.
Gestern handelte es sich bereits um die zweite Bombe, die in Ingolstadt in diesem Jahr entschärft werden musste. Ende Februar war in der Nähe des Hauptbahnhofs ein 250 Kilo schwerer Blindgänger aufgetaucht.