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Müllsystem: Gelbe Tonne nimmt zweite Hürde

Müllsystem

Gelbe Tonne nimmt zweite Hürde

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    Daumen hoch für die Gelbe Tonne. Zumindest die Freien Wähler und die FDP würde sie lieber heute als morgen im Landkreis einführen.
    Daumen hoch für die Gelbe Tonne. Zumindest die Freien Wähler und die FDP würde sie lieber heute als morgen im Landkreis einführen. Foto: Claudia Stegmann

    Oberbürgermeister Bernhard Gmehling zeigt sich ungewohnt zögerlich. Normalerweise ist das Neuburger Oberhaupt ein vehementer Gegner der Gelben Tonne. Doch in der gestrigen Kreisausschusssitzung war davon nichts zu spüren. „Es gibt eine Vielzahl von Stimmen aus den CSU-Ortsverbänden, die sagen, dass die Bürger die Gelbe Tonne wollen“, ließ er seine Ausschusskollegen wissen. Deshalb wolle sich die CSU am kommenden Montag nochmals in großer Runde zusammensetzen und das Für und Wider einer Gelben Tonne abwägen. Dabei ginge es nicht um politisches Kalkül oder die Absicht, „dem Landrat eins auszuwischen“, sondern um eine rein sachliche Entscheidung, betonte er.

    Im Gegensatz dazu blieb die SPD-Fraktion ihrer Linie treu. „Manche sagen, wir sind Betonköpfe. Ich sage, wir sind der Fels in der Brandung“, verteidigte Fraktionssprecher Anton Krammer die einhellige Meinung der SPD. Er verstand nicht, was an einer Gelben Tonne ein modernes System sein solle: sie hätte von allen Sammelsystemen die schlechteste Verwertungsquote, schaffe keine Anreize zur Müllvermeidung und sei deshalb auch eine „verdeckte Restmülltonne“. Und solange der Bürger weiterhin sein Glas auf den Wertstoffhof fahren müsse, sei die Gelbe Tonne sowieso kein Fortschritt, sondern ein Rückschritt. Fraktionskollege Michael Kettner verglich Neuburg-Schrobenhausen mit den Nachbarlandkreisen und kam zu dem Schluss: „Die anderen sind doch auch keine Deppen. Weder in Eichstätt, noch in Aichach-Friedberg oder Pfaffenhofen gibt es eine Gelbe Tonne.“

    Hätten die Kreisräte auf die FDP gehört, dann wäre der Landkreis – zumindest nach Meinung von Lothar Klingenberg – heute schon wesentlich weiter. Denn schon vor einem halben Jahr habe die FDP einen Antrag auf einen Gelbe Tonne gestellt. Der sei allerdings lediglich wohlwollend zur Kenntnis genommen worden. „Die Idee kam seinerzeit einfach zu früh“, verteidigte sich Weigert. Damals sei das Thema in den Verhandlungen mit dem Dualen System Deutschland schlichtweg nicht existent gewesen. Klingenberg ist heute deshalb mehr denn je für die Einführung eines Holsystems. „Die Mehrheit der Bürger wünscht sich eine Erleichterung“, ist er sich sicher.

    Mit 8:5 Stimmen hat sich der Kreisausschuss schließlich für die Einführung der Gelben Tonne ausgesprochen. Die definitiv letzte Entscheidung wird nächste Woche getroffen.

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