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Lehmgrube Attenfeld: Gemeinde hat am wenigsten zu sagen

Lehmgrube Attenfeld

Gemeinde hat am wenigsten zu sagen

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    Der Stein des Anstoßes liegt südlich von Attenfeld. Seit 1979 wird hier vom Ziegeleiwerk Stengel aus Donauwörth Ton abgebaut. Dass die Grube jetzt mit teilweise belastetem Material verfüllt werden soll, stößt den Attenfeldern sauer auf.
    Der Stein des Anstoßes liegt südlich von Attenfeld. Seit 1979 wird hier vom Ziegeleiwerk Stengel aus Donauwörth Ton abgebaut. Dass die Grube jetzt mit teilweise belastetem Material verfüllt werden soll, stößt den Attenfeldern sauer auf. Foto: Archivfoto: Reichl

    Bergheim/Attenfeld „Es war eine heftige Sitzung in Attenfeld.“ Die teils höchst emotionalen Ausbrüche in der Infoveranstaltung zur Verfüllung der Lehmgrube südlich von Attenfeld klangen noch bis in die Gemeinderatssitzung am Montagabend nach. In der fasste Bürgermeister Michael Hartmann die Ergebnisse der Versammlung am vergangenen Mittwoch zusammen.

    Demnach sollen bis Ende dieser Woche alle Attenfelder angeschrieben werden. Die Gemeinde will ihnen die Möglichkeit einräumen, sich in den nächsten 14 Tagen mit brennenden Fragen schriftlich an die Verwaltung zu wenden. Alle Fragen und Anliegen werden bearbeitet und in einer erneuten Versammlung (am 17. oder 19. Oktober, der Termin steht noch nicht fest) beantwortet. Daraufhin will der Gemeinderat am 31. Oktober seine endgültige Entscheidung treffen.

    Letztlich entscheidet das Landratsamt

    Hartmann verhehlte aber nicht, dass die Gemeinde in dieser Sache nicht das letzte Wort hat. Denn Genehmigungsbehörde sei das Landratsamt, „und wenn das feststellt, dass die Firma Geiger ein Recht darauf hat, die Grube zu verfüllen, dann hat die Gemeinde keine Möglichkeit, das zu verhindern“. Ansonsten müsste sie Schadenersatz leisten.

    Wie in der Versammlung vereinbart, hat die Firma Geiger ihren Antrag vorübergehend zurückgezogen, damit sich Gemeinde und Landratsamt nochmals intensiv mit dem Thema auseinandersetzen können. Außerdem wurde in der Versammlung deutlich, dass es eine Reihe offener Fragen gibt, die den Bürgern unter den Nägeln brennen. Diese zu beantworten, war ein Anliegen von Landrat Roland Weigert und Bürgermeister Michael Hartmann. Ende September wird die Firma Geiger ihren Antrag dann erneut einreichen.

    Schon im Jahr 2008 hatte die Gemeinde eine Voranfrage des Oberstdorfer Unternehmens auf dem Tisch liegen. Damals ging es aber darum, die Lehmgrube als Deponie auszuweisen. Der Gemeinderat behandelte das Thema mehrfach, lehnte den Antrag letztlich aber ab.

    Mittlerweile ist nicht mehr die Rede von einer Deponie, sondern von einer Verfüllung der Grube. Der Unterschied: In einer Deponie darf stärker belastetes Material abgelagert werden als bei einer Verfüllung. Die Firma Geiger plant, dort folgendes Material abzulagern: örtlich anfallender Abraum und unverwertbare Lagerstättenanteile; unbedenklichen Bodenaushub; mineralischen, vorsortierten Bauschutt; vorsortierten, gereinigten Gleisschotter; mineralische Böden und Gesteine mit Herkunftsnachweis; unbelasteten Straßenaufbruch.

    In der Gemeinderatssitzung äußerte Josef Lehmeier seine Bedenken hinsichtlich des zu erwarteten Verkehrsaufkommens. „Die Belastung für die Anwohner wäre der Hammer“, sagte er. An Spitzentagen würden bis zu 50 Lastwagen zur Grube fahren, im Durchschnitt wären es 18 Lkws am Tag. Bis die 640000 Kubikmeter große Grube verfüllt ist, dauert es voraussichtlich bis zum Jahr 2025.

    Das Material, das in die Lehmgrube kommen soll, entspricht den Richtlinien für einen sogenannten C1-Standort nach dem Eckpunktepapier des Bayerischen Umweltministeriums. Das heißt, es ist überwiegend mit Schwermetallen belastet, also etwa Arsen, Blei oder Zink. Die jeweils zulässige Belastung ist genau festgelegt (beispielsweise 50 Milligramm Arsen pro Kilo Material) und muss mit jeder Fuhre nachgewiesen werden. Außerdem werden über den gesamten Zeitraum hinweg zweimal im Jahr unangekündigte Bodenproben gezogen.

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