Königsmoos Sie sind typisch für die Siedlungsform im Donaumoos und der Kolonisierung vor gut 200 Jahren geschuldet: die lang gezogenen Straßendörfer. Auch Königsmoos macht da keine Ausnahme, kilometerlang reihen sich die Häuser schnurgerade die Straßen entlang. Genau diese Siedlungsstruktur verleitet motorisierte Verkehrsteilnehmer zum Rasen, vor allem in den Einfallstraßen wird viel zu schnell gefahren. Dieses Problem, das den Anwohnern unter den Nägeln brennt, möchte Gemeindechef Heinrich Seißler heuer in den Griff bekommen.
Deshalb ist der Bürgermeister froh, dass der Gemeinderat in der jüngsten Sitzung nach durchaus kontroverser Diskussion beschlossen hat, mit der Gesellschaft für kommunale Verkehrssicherheit (GKVS) einen Vertrag abzuschließen. „Wir wollen eine sanfte Überwachung und kein Geld machen. Es soll sich halt tragen“, erklärt Heinrich Seißler seine Intention. Deshalb habe man sich auch für die Variante mit größtmöglichem Toleranzbereich entschieden. Das bedeutet, dass bei Messungen bis zu 15 km/h zur zulässigen Höchstgeschwindigkeit draufgesattelt werden und die Gemeinde Raser erst ab 65 km/h zur Kasse bittet. Handlungsbedarf hatten die Probemessungen an ausgewählten Stellen innerorts im vergangenen September angemahnt. Die ernüchternden Ergebnisse: „Alle drei Stunden fährt täglich ein Autofahrer mit mehr als 100 Stundenkilometern durch Königsmoos“, schlussfolgert Seißler. Der Spitzenreiter hatte gar 134 km/h auf dem Tacho. Wären alle Verkehrssünder damals zur Kasse gebeten worden, hätte die Kommune fast 60000 Euro eingesammelt – in nur zehn Stunden.