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Leukämie-Patient braucht Stammzellenspende: Gesucht: der genetische Zwilling

Leukämie-Patient braucht Stammzellenspende

Gesucht: der genetische Zwilling

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    2008 haben sich bei einer Typisierungsaktion in der Neuburger Mittelschule 1396 Menschen Blut abnehmen lassen. Für die Betroffene war damals kein genetischer Zwilling darunter, dafür aber für einen anderen Erkrankten. Schon im Jahr darauf wurde die Knochenmarkspende durchgeführt.
    2008 haben sich bei einer Typisierungsaktion in der Neuburger Mittelschule 1396 Menschen Blut abnehmen lassen. Für die Betroffene war damals kein genetischer Zwilling darunter, dafür aber für einen anderen Erkrankten. Schon im Jahr darauf wurde die Knochenmarkspende durchgeführt.

    Die ersten Anzeichen zeigten sich Anfang Dezember vergangenen Jahres: Der 69-jährige Wendelin Huber fühlte sich immer öfter schlapp und müde. „So ist es halt, wenn man älter wird“, dachte sich der gebürtige Klingsmooser, der in Unterbrunnenreuth wohnt, zu diesem Zeitpunkt noch. Als die Beschwerden aber immer schlimmer wurden, ging er Anfang Januar zum Arzt. Der schickte ihn wegen seiner schlechten Blutwerte ins Klinikum nach Ingolstadt – und dort erfuhr er dann den Grund für seine Beschwerden: akute Leukämie.

    „Das war ein Schock für mich und meine Familie“, erzählte Wendelin Huber gestern mit Tränen in den Augen. Zusammen mit seiner Frau Johanna, Bruder Hans und Freund Roland Finkenzeller war er ins Landratsamt gekommen, weil ihm nach zwei Chemotherapien jetzt nur noch eines helfen kann: eine Stammzellenübertragung. Bislang konnte über die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) kein genetischer Zwilling gefunden werden. Doch vielleicht, so hofft Huber, gibt es irgendwo im Landkreis eine Frau oder einen Mann, der die identischen genetischen Merkmale hat wie er. Und vielleicht kommt die- oder derjenige auch zur Typisierungsaktion nach Klingsmoos, die die DKMS am 20. Mai für ihn organisiert.

    Huber ist klar, dass die Chancen, über eine gezielte Typisierungsaktion einen Knochenmarkspender zu finden, nicht sehr hoch sind. „Aber es ist auch nicht sehr wahrscheinlich, im Lotto zu gewinnen. Und trotzdem gibt es jede Woche einen Gewinner“, macht er sich Mut. Außerdem baut er auf seinen Stammbaum. Nach den Worten des passionierten Ahnenforschers habe er rund 20000 Blutsverwandte im Donaumoos. Er selbst ist mit zehn Geschwistern aufgewachsen. Diese wären als potenzielle Spender auch am ehesten infrage gekommen. Doch eine Untersuchung des Blutbilds der beiden jüngeren Schwestern brachte zutage: Sie könnten sich zwar gegenseitig helfen, aber nicht ihrem Bruder.

    Vier bis sechs Wochen wird es dauern, bis alle Blutproben der Typisierungsaktion von einem Labor ausgewertet sind, erklärte Magdalena Schwedler von der DKMS. Über seinen Arzt wird Huber dann informiert, ob ein Spender darunter ist. Und wenn nicht? „Die Aktion wird nicht umsonst sein. Wenn sie mir nicht hilft, hilft sie vielleicht jemand anderem.“ So sieht es auch sein Bruder Hans, der zusammen mit Familienmitgliedern und Freunden die Typisierungsaktion initiiert hat.

    Typisieren lassen kann sich jeder gesunde Mensch zwischen 18 und 65 Jahren. Wer aus Alters- oder Gesundheitsgründen für eine Knochenmarkspende ausscheidet, kann trotzdem helfen – und zwar über eine Spende. Die Schirmherren der Aktion, Landrat Roland Weigert und Königsmoos’ Bürgermeister Heinrich Seißler, sind schon mal mit gutem Beispiel vorangegangen und werden je 250 Euro überweisen.

    Typisierungsaktion für Wendelin Huber am Sonntag, 20. Mai, zwischen 11 und 16 Uhr im Obergeschoss der ehemaligen Schule in Klingsmoos, Pöttmeser Str. 79.

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