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Plagiatsaffäre: Guttenbergs Comeback macht (noch) nicht alle glücklich

Plagiatsaffäre

Guttenbergs Comeback macht (noch) nicht alle glücklich

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    Im Wahlkampf 2009 ließ es „KT“ bei der Jungen Union ordentlich krachen und begeisterte als Discjockey und Rockfan. Kein Wunder, dass sich CSU-Bundestagsabgeordneter Dr. Reinhard Brandl (2. von links) über ein mögliches Comeback seines Parteifreundes freuen würde. Das sehen aber nicht alle CSU-Mitglieder so.
    Im Wahlkampf 2009 ließ es „KT“ bei der Jungen Union ordentlich krachen und begeisterte als Discjockey und Rockfan. Kein Wunder, dass sich CSU-Bundestagsabgeordneter Dr. Reinhard Brandl (2. von links) über ein mögliches Comeback seines Parteifreundes freuen würde. Das sehen aber nicht alle CSU-Mitglieder so. Foto: Foto: NR-Archiv

    Neuburg Soll er? Oder soll er nicht? Oder soll er noch nicht? Die Diskussion um ein politisches Comeback von Karl-Theodor zu Guttenberg treibt auch die CSUler in der Region um. In Neuburg und Umgebung war der frühere Wirtschafts- und Verteidigungsminister ein gern gesehener Gast, nicht zuletzt sein Auftritt bei der Jungen Union (JU) als Discjockey ist noch vielen in Erinnerung. Heute schwanken die führenden CSU-Köpfe im Landkreis zwischen vorsichtiger Begeisterung (JU-Kreisvorsitzender Matthias Enghuber) und deutlicher Skepsis (Neuburgs CSU-Ortsvorsitzender Dr. Otto Heckl).

    Grundsätzlich könne er sich „KT“ in jeder politischen Funktion vorstellen. Der JU-Kreischef Matthias Enghuber macht keinen Hehl daraus, dass er zum Kreis der Guttenberg-Fans zählt. Ob als Bayerischer Ministerpräsident, oder sogar als Bundeskanzler – der charismatische Polit-Star sei trotz der Plagiatsaffäre und seinem schlagzeilenträchtigen Rücktritt nach wie vor ein Politikertyp, den es in Deutschland „über alle Parteigrenzen hinweg viel zu selten gibt“.

    „Karenzzeit“ ist noch nicht gekommen

    Für Neuburgs Oberbürgermeister und CSU-Fraktionschef im Kreistag, Dr. Bernhard Gmehling, wäre ein Comeback zum jetzigen Zeitpunkt „noch zu früh“. Er sieht die notwendige „Karenzzeit“ nach Guttenbergs Abgang und der Plagiatsaffäre jetzt noch nicht gekommen. „Mindestens zwei Jahre“ wären laut Gmehling angemessen, auch wenn er Karl-Theodor zu Guttenberg als politisches Talent mit großer Ausstrahlung schätze.

    Weniger zurückhaltend ist da CSU-Kreisvorsitzender Alfred Lengler. Der Bürgermeister von Gachenbach sagt: „Rechtzeitig vor den nächsten Wahlen“ sollte Guttenberg wieder in ein politisches Spitzenamt zurückkehren, am besten sofort oder spätestens in einem Jahr. Denn auch wenn es durchaus kritische Stimmen in der Partei gebe – Lengler sieht die überwiegende Mehrheit in seiner Partei auf der Seite Guttenbergs: „Er kann für Deutschland und für die CSU etwas bewegen.“ Dass Guttenberg über seine teilweise abgeschriebene Doktorarbeit stolperte, ist für Lengler Schnee von gestern: „Jeder Mensch hat es verdient, eine zweite Chance zu bekommen. Auch nach einem schweren Fehler.“

    Jeder Mensch hat eine zweite Chance verdient

    Deutlich zurückhaltender fällt die Reaktion des Neuburger CSU-Ortsvorsitzenden Dr. Otto Heckl aus: Zwar sei Guttenberg ohne Zweifel eine „schillernde Persönlichkeit“ und eine herausragende, charismatische Figur. Dennoch sieht Heckl den Zeitpunkt für eine Rückkehr auf die politische Bühne noch nicht gekommen: „Er sollte besser noch abwarten und nachdenken. Der Tag für ein Comeback kommt schon noch.

    Eine enge, fast freundschaftliche Beziehung verbindet den Ingolstädter CSU-Bundestagsabgeordneten Dr. Reinhard Brandl mit dem geschassten Ex-Verteidigungsminister, mit dem er gemeinsam im Verteidigungsausschuss saß und der ihm im Wahlkampf mehrfach geholfen hat: „Ich würde mich freuen, wenn KT zurückkommt.“ Denn: „Viele andere Spitzenpolitiker mussten in der Vergangenheit ebenfalls ein Scheitern verkraften“. Und Brandl „bewundert Menschen wie Guttenberg, die ganz unten waren und trotzdem wieder aufstehen und kämpfen.“

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