Neuburg Atomstrom ade. Bei den Stadtwerken Neuburg gibt es 2012 nur noch Strom aus Wasserkraft. Der Werkausschuss beschloss am Freitag einstimmig den Umstieg auf die umweltfreundliche Energiegewinnung.
Nach dem Beschluss musste alles recht schnell gehen. Stadtwerkechef Hans-Jürgen Hill schickte sofort eine SMS an seine Mitarbeiter, die damit Eon grünes Licht für die Vertragsunterzeichnung geben konnten. Denn der Strom aus der Wasserkraft ist beliebt. „Nur wer zügig zuschlägt, hat die Möglichkeit seinen gesamten Bedarf damit zu decken“, erklärt Hill die Eile.
Erste Stadt in Oberbayern
Neuburg ist damit die erste Stadt in Oberbayern, die absolut atomstromfrei ist. Bisher setzt sich der Neuburger Strom wie folgt zusammen: Fossile Brennstoffe machen 46,4 Prozent aus, die Kernenergie 35,4 Prozent und 18,2 Prozent kommen aus Erneuerbaren Energien, wie Fotovoltaik- und Windkraftanlagen. Doch mit dem Abschicken der SMS hat Hill die 70 Millionen Kilowattstunden, die die Neuburger Stadtwerke jährlich brauchen, aus der Wasserkraft gekauft. „Eine tolle Sache“, freute sich Oberbürgermeister Bernhard Gmehling.
Durch die langfristigen Verträge mit dem Energieriesen Eon können die Stadtwerke den normalerweise etwas teureren Wasserkraftstrom relativ günstig einkaufen, wie Hill sagte. Um circa eine Million Euro kommt der Einkauf die Stadtwerke damit billiger.
Der Endverbraucher kann sich demnach durchaus Hoffnung machen, dass so auch für ihn der Strompreis sinkt. Versprechen kann das der Stadtwerkechef allerdings noch nicht: „Das hängt stark mit der Einspeisevergütung für den Solarstrom im Rahmen des Erneuerbare-Energien- Gesetzes ab.“ Das heißt: Sprießen die Anlagen weiterhin wie Pilze aus dem Boden und bleibt die Förderung durch die Bundesregierung bestehen, wird der günstige Einkauf durch die generelle Strompreiserhöhung aufgefressen.
Die Kraftwerke, die ab dem kommenden Jahr den Strom für Neuburg produzieren stehen in Bad Abbach, Regensburg und Straubing. Am Namen „Ottheinrichstrom“ und „Donaustrom“ soll sich jedoch nichts ändern.