Ammerfeld Als einer von fünf Landwirtschaftsmeisterinnen und 105 Landwirtschaftsmeistern aus dem Regierungsbezirk Oberbayern darf sich Florian Schapfel aus Ammerfeld über seinen Meisterbrief freuen. Zwar konnte der 26-jährige frischgebackene Meister am Donnerstag nicht persönlich bei der Übergabe der Urkunden im Haus der Bayerischen Landwirtschaft in Herrsching dabei sein, weil er zurzeit ohne die Hilfe seiner Eltern den elterlichen Betrieb mit insgesamt 150 Rindern betreut. Doch ist ihm die Freude über das Erreichte ins Gesicht geschrieben.
Schließlich war es ein langer Weg mit vielen Prüfungen und Abschlüssen, bis alle Bausteine für den Meisterbrief beisammen waren. Nach der Schulzeit lernte Florian zuerst den Beruf des Kfz-Mechanikers, hängte noch ein halbes Jahr als Geselle in seinem Lehrbetrieb an und begann dann seine landwirtschaftliche Lehre – zuerst ein Jahr im elterlichen Betrieb, dann ein weiteres auf einem Hof in Bissingen.
Als junger landwirtschaftlicher Gehilfe besuchte er drei Semester lang die Landwirtschaftsschule in Pfaffenhofen und schloss als „staatlich geprüfter Wirtschafter für Landbau“ ab. Danach wechselte er an die Staatliche Höhere Landbauschule in Triesdorf, wo er nach einem Jahr den „Staatlich geprüften Agrarbetriebswirt“ in der Tasche hatte.
Weitere Bausteine zum Meisterbrief waren die theoretische Prüfung in Berufs- und Arbeitspädagogik, die praktische Prüfung im elterlichen Betrieb für die Ausbildereignung sowie eine Projektarbeit zum Thema „Verbesserungen in der Produktionstechnik“, eine Fremdbetriebsbeurteilung und -führung, zuletzt noch eine Facharbeit mit Zielplanung über die betriebliche Entwicklung des eigenen Hofes.
„Die Projekt- und Facharbeit waren sehr zeitaufwendig mit einer Menge Schreibarbeit“, blickt der junge Meister auf seine Lehrjahre zurück. Sein Konzept blieb jedoch nicht nur graue Theorie: „Wir haben auf unserem Hof die darin beschriebene und praktizierte Produktionstechnik und Fütterung in der Milchviehhaltung beibehalten und haben damit Erfolg.“
Auch in der Zukunft wird sich nicht nur auf dem Hof in Ammerfeld noch einiges ändern, denn ein großes Thema bleibt die Arbeitswirtschaft. Das bedeutet, dass ständig überprüft werden muss, was sich noch rentiert, wo Arbeitskraft durch Technik ersetzt werden kann und wann sich Fremdarbeitskräfte lohnen. „Man muss sachlich analysieren, viel ausprobieren und vor allem kreativ sein, denn vieles ist auf dem Papier wesentlich leichter als in der Praxis“, meint Florian Schapfel. Auch in Nischen wie dem ökologischen Anbau, der Produktveredelung oder der Selbstvermarktung sieht er eine Zukunft für die Landwirtschaft.