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30. November 2010 18:35 Uhr

Märchenhafter Zauber

Neuburg Was gibt es Schöneres, als an einem knackig-kalten Wintertag, an dem die Welt draußen in Frost und Schnee erstarrt, in die Magie eines Märchens einzutauchen?! Für das Publikum im Stadttheater - hörbar bereit, sich ganz und gar auf "Aladin und die Wunderlampe" einzulassen - ging gestern wohl nichts über dieses Erlebnis. Ihre gebannten Blicke auf das Bühnen-Geschehen gerichtet, tauchten die Mädchen und Buben ab in den Orient, an Orte voll Fantasie und Zauberei, wo sich mit Aladin eine der bekanntesten Gestalten der "Märchen aus 1001 Nacht" tummelte.

Prinzessin Esra (Anke Fonferek) steht abwartend im Hintergrund, während ihr Vater (André Stuchlik) mit Aladin (Stefan Biedermann) um die Morgengabe feilscht, damit dieser seine Tochter heiraten darf. Szene aus der "Aladin"-Inszenierung des Landestheaters Schwaben. Foto: Barbara Würmseher
Foto: Barbara Würmseher

Das Landestheater Schwaben war zum Gastspiel gekommen. Mit einer Inszenierung, die einen schmalen Grat zwischen märchenhaftem Charme und alberner Quatsch-Comedy beschritt, ohne zu straucheln. Stilsicher und voll guter Intuition hatte Regisseur Rainer Lewandowski das Kinderstück von Frank Pintus aufbereitet.

Die Veränderungen des Originals - geschuldet den Möglichkeiten im Theater - ließen nichts vermissen. Die Bemühungen, der Spannung auch eine schelmische Note hinzuzufügen, hielten sich in - geschmackvollen - Grenzen. Die lispelnde Geisterdame Elisa (Katharina Pucher), der etwas trottelige König Timur (André Stuchlik), der kumpelhafte Lampengeist Baba (Florian Federl) und der ach so coole Aladin (Stefan Biedermann) trugen einige komische Momente zusammen - wie gesagt, wohl dosiert.

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Anke Fonferek, die im Wechsel gleich zwei Rollen besetzte (Aladins Mama Damla und dessen Ehefrau Esra), forderte einen besonderen Regie-Gag heraus: Als Aladin sich verliebt hat und mit seiner Prinzessin ordentlich auf der Bühne geschmust hat, fragte er sich selbst ganz nachdenklich: "Woher kenn ich die nur?" - Die Mädchen und Buben im Publikum wussten die Antwort prompt und riefen sie ihm lautstark zu: "Sie ist deine Mutter!"

Zur perfekten Märchen-Illusion trugen das zauberhafte Bühnenbild und die Beleuchtung ein gerüttelt Maß bei. Maurisch angehauchte Architektur, orientalische Rundbögen, eine Schatzhöhle voller fließender, goldfarbener Stoffe, bildeten den wunderschönen Hintergrund für das Abenteuer des Aladin.

Der böse Zauberer (André Stuchlik), der ihm nach dem Leben trachtete, seine Familie und sein Schloss entführte, war an sich ja ein ganz fieser Bursche. Einen Satz allerdings gab er von sich, den man sich merken sollte: "Wer aufhört zu träumen, hört auf zu leben." -

Ein Grund mehr für jeden Einzelnen, sich mal wieder in ein Märchen zu vertiefen. Zum Beispiel an einem knackig kalten Wintertag, wenn die Welt draußen in Frost und Schnee erstarrt...

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