Neuburg Über den Winter wurde lackiert, geschraubt und geschrubbt, damit die Autos pünktlich zur Eröffnung der Tuning-Saison in Topform sind. Am kommenden Sonntag, 22. April, findet das große Tuning-Treffen auf dem Parkplatz im Zucheringer Industriegebiet statt.
Rund 350 Fahrzeuge erwartet der Neuburger Tuning-Club „Custom Style“, der das Treffen seit sechs Jahren organisiert. Wegen des enormen Zulaufs wird es in diesem Jahr nicht nur eine Veranstaltung geben, sondern ein Auftakt- und ein Abschlusstreffen am 26. August in Karlshuld. Sobald es kälter wird, werden die wertvollen Karossen wieder eingemottet, denn Schnee, Eis und Salz tun den teuren Lacken und dem Chromfelgen nicht gut, wie Tobias Hafner sagt.
Er sitzt mit in der Jury, die am Sonntag die schönsten und aufwendigst gestalteten Wagen prämieren wird. Vergoldete Motoren, ein Kofferraum aus edlem Holz und lederbezogene Außenspiegel, jeder Wagen wird ganz genau unter die Lupe genommen. Mitmachen dürfen nur Autos der Volkswagen- und Audigemeinschaft, kurz der V.A.G-Familie: VW, Audi, Seat, Skoda, aber auch Lamborghini. Sonst keiner? „Nein“, sagt Hafner, „Autotuning ist eine Glaubensfrage“. Früher sei die Rivalität zwar schlimmer gewesen, aber er hat einen passenden Vergleich: „Wer setzt sich als Fußballfan des FC Bayern München schon freiwillig in den Fanblock der Gegner?!“
Für das Tunen werden keine Kosten und Mühen gescheut. Da kann ein kleiner Seat gerne mal so viel wert sein, wie eine Eigentumswohnung. „Mit der Veranstaltung möchten wir auch zeigen, dass Autotuner nicht nur Leute sind, die die Reifen quietschen lassen und laute Musik hören, sondern dass sie viel Zeit und Herzblut in ihre Autos stecken, um diese zu verschönern“, sagt der 28-jährige Neuburger.
Los geht es am Sonntag bereits um 8 Uhr auf dem großen Parkplatz des Möbelhofs und des Baumarktes Globus in Zuchering. Auch Zuschauer sind herzlich willkommen. „Wer sich für Autos interessiert, ist richtig bei uns“, sagt Tobias Hafner. Um 17 Uhr findet die Siegerehrung statt. Dann werden sich die Fahrzeuge, die bis aus Italien, der Schweiz, der Tschechei und vielen anderen europäischen Ländern anreisen, wieder auf die Heimreise machen.