Startseite
Icon Pfeil nach unten
Neuburg
Icon Pfeil nach unten

Altenpflege: Mehr als nur waschen

Altenpflege

Mehr als nur waschen

  • |
  • |
  • |
    Altenpflege im Seniorenheim in Straß: Sabine Weisbäcker (Mitte) spielt mit Helga Thuringer (links) und Doris Engels.
    Altenpflege im Seniorenheim in Straß: Sabine Weisbäcker (Mitte) spielt mit Helga Thuringer (links) und Doris Engels. Foto: Gloria Brems

    Neuburg-Schrobenhausen Sabine Weisbäcker hat ihre Bestimmung gefunden. Sie ist mit Leib und Seele Altenpflegerin. „Der Job ist mehr, als nur alte Menschen zu waschen“, sagt die 18-Jährige, „viel mehr“. Derzeit drückt die Auszubildende ihren Mitschülern die Daumen, denn die stecken gerade mitten in den Abschlussprüfungen. Gerade mal fünf machen heuer ihr Examen an der Berufsfachschule für Altenpflege der Stiftung St. Johannes in Neuburg. Dabei wird Personal in den Einrichtungen händeringend gesucht.

    Das erste Mal musste ein Kurs abgesagt werden

    Im vergangenen Jahr musste wegen Schülermangels das erste Mal seit Bestehen der Schule ein Kurs abgesagt werden, wie Peter Bastian, der Leiter der Ausbildung Altenpflege, sagt. Zwar habe er heuer zwölf Anmeldungen für das kommende Schuljahr, aber das sei „absolut gegen den Trend“. In letzter Zeit habe die Schule massiv Werbung gemacht für den Altenpflegeberuf. Der Ruf und das Image mussten verbessert werden, denn in den Augen vieler ist es ein undankbarer Job mit katastrophalen Arbeitszeiten und einer miesen Bezahlung.

    Aber genau das sei er eben nicht. Sabine Weisbäcker, die im Seniorenheim in Straß arbeitet, hat nicht das Geringste auszusetzen an ihrem Beruf. Natürlich müsse man Schicht arbeiten, „aber das macht doch nichts“ und auch gegen den Dienst am Wochenende zwei Mal pro Monat hat sie nichts: „Im Gegenteil, es ist auch mal sehr schön unter der Woche frei zu haben.“ Und wie sieht es mit der Bezahlung aus? Je nach Lehrjahr liegt der Lohn zwischen 700 und 900 Euro. „Nicht schlecht“, wie die Neuburgerin findet. Und nach der Ausbildung? „Keine Ahnung, da hab ich noch gar nicht nachgeschaut.“ Peter Bastian aber weiß es: „Circa 1900 Euro brutto, dazu kommen Zulagen für Wochenenden, Feiertage und Nachtdienste.“

    Für Sabine Weisbäcker ist das Geld Nebensache. Man merkt ihr an, dass sie Spaß hat an ihrem Job. Die Pflege ist dabei nur ein kleiner Teil des Alltags einer Altenpflegerin. Der überwiegende Teil des Tages wird mit der Freizeitgestaltung der Heimbewohner verbracht: Mensch-ärgere-dich-nicht spielen, Spazierengehen, Zeitung lesen, Wäsche zusammenlegen oder einfach nur erzählen oder zuhören.

    Es gibt auch schwierige Momente

    Die Nähe zu den Menschen ist es, was der 18-Jährigen so gut gefällt. Aber natürlich gibt es auch schwierige Momente. Zum Beispiel, wenn einer der Bewohner gehen muss und die Pflegekraft ihn auf seinem letzten Weg begleitet. „Eigentlich dürfte man das gar nicht an sich ran lassen“, sagt Weisbäcker, „aber ich bin sehr sensibel. Mir gehen solche Schicksalsschläge schon nahe.“

    Aber es gibt auch viele schöne Augenblicke, die sie erlebt: „Ich habe meinen Traumberuf gefunden.“

    Schnupperpraktikum Wer Interesse hat an einer Ausbildung oder Schnupperpraktikum kann sich melden bei der Berufsfachschule für Altenpflege, Bahnhofstr. B109, unter Telefon 8431/61997-0, bildungszentrum@sanktjohannes.com, www.sanktjohannes.com

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein
    Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden