Mit Schulterzucken antwortet die Mitarbeiterin einer Schlecker-Filiale im Neuburger Stadtgebiet auf die Frage, wie es weitergehen wird. Die Nachricht, dass jedes zweite Geschäft schließen muss, erreichte sie vorgestern per Fax. „Welche Läden betroffen sind, davon stand in dem Schreiben natürlich nichts“, sagt sie. An diesem Vormittag ist die Verkäuferin mit einer Kollegin im Geschäft. „Wir warten jetzt halt ab und hoffen“, sagt diese.
Von den einst rund 6000 Schlecker-Filialen sollen nur etwa 3000 fortgeführt werden. Die Entscheidung, welche Region wie betroffen sein wird, soll Ende März fallen. Allein in Neuburg müssen die Mitarbeiter dreier Filialen um ihre Arbeitsplätze bangen. Daneben gibt es in der näheren Umgebung noch Läden in Ehekirchen und Rennertshofen. Andere, zum Beispiel in Burgheim, Buxheim, Königsmoos und Karlshuld, sind bereits verschwunden.
Trotz der negativen Schlagzeilen betont eine der Mitarbeiterinnen vor Ort, wie gerne sie bei Schlecker arbeitet: „Ich bin seit 16 Jahren hier und es hat immer Spaß gemacht.“ Nach einem anderen Job habe sie sich noch nicht umgehört. Sie wolle erst einmal abwarten. „Je früher wir aber etwas Konkretes wissen, desto besser“, sagt sie. Die Unsicherheit sei nervenaufreibend.
"Die Lieferung ist immer noch nicht da"
Als eine Kundin den Laden betritt, geht die Verkäuferin direkt auf sie zu und sagt: „Die Lieferung ist immer noch nicht da, tut mir leid.“ Immer häufiger müssten Kunden vertröstet werden, erzählt sie, als sie und ihre Kollegin wieder allein im Geschäft sind. Mit Flugblättern, die an den Kassen ausliegen, wird über die Lieferengpässe informiert. „Wir hören jetzt auch öfter, dass die Leute lieber zu anderen Drogeriemärkten gehen“, berichtet sie.
Trotzdem gebe es auch immer noch Stammkunden, die bewusst bei Schlecker einkaufen. „Viele sprechen uns an, und versuchen Mut zu machen. Das gibt Kraft.“ Noch habe sie mit dem Kapitel Schlecker nicht abgeschlossen, sagt die Mitarbeiterin.