Neuburg Autoreifen, Fensterrahmen, Asphalt, ein rostiges Bettgestell oder auch ein altes Sägeblatt. Seit gut einer Woche buddeln die Arbeiter auf dem Audi-Gelände zwischen Heinrichsheim und Rohrenfeld und, was sie dort alles finden, erstaunt manchmal, aber überrascht nicht. In den 60er Jahren hatte die damals noch eigenständige Gemeinde Bruck dort eine Bauschuttdeponie.
Als Audi den Acker für das neue Fahr- und Präsentationsgelände kaufte, hatte sich die Stadt verpflichtet, ihn unbelastet abzugeben. Deswegen müssen jetzt die Altlasten beseitigt werden. Auf rund 5000 Quadratmetern wird das Erdreich bis auf rund drei Meter Tiefe abgetragen, durchgesiebt und die Einzelteile aussortiert. Wohl nur die wenigsten Materialien, die dort gefunden werden, lassen sich wiederverwerten. „Der Großteil muss entsorgt werden“, sagt Paul Leikam, Chef des städtischen Abwasseramtes. Eine grobe Schätzung geht von Kosten zwischen 300000 und 400000 Euro für die Entsorgung aus: „Aber es ist schwer zu schätzen, wie hoch der Anteil Müll ist.“
Bisher keine bösen Überraschungen
Böse Überraschungen habe es bis jetzt noch nicht gegeben und Leikam hofft, dass es auch so bleibt: „Ich bin da ganz zuversichtlich, weil wir das Grundwasser dort bereits beprobt haben und nichts Auffälliges feststellen konnten.“ Außerdem sei der Müll von vor über 50 Jahren doch noch etwas anders zusammengesetzt gewesen als heute.
Leikam spricht von einer „spannenden Aufgabe“, die die Stadt dort angepackt hat, denn diese Altlastenbeseitigung sei absolutes Neuland: „So etwas haben wir noch nie gemacht.“ Bis Weihnachten hofft Leikam, dass die Arbeiten abgeschlossen sind. Doch ob der Terminplan eingehalten werden kann, hänge ganz vom Wetter ab: „Wenn es viel regnet, kann der Bagger das Material nicht aussieben. Dann wird es etwas länger dauern.“
Mit was das Loch an der Bahnlinie auf Höhe der Unterführung einmal aufgefüllt wird, steht noch nicht fest. „Wir wissen bisher nicht, was Audi in diesem Bereich errichten möchte“, erklärt Leikam. Aber Detailplanungen haben noch jede Menge Zeit. Jetzt gehe es erst einmal darum, den gesamten Müll aus längst vergangenen Tagen möglichst vollständig wieder aus dem Boden zu bekommen.