Ingolstadt Schon die Überschrift von Dieter Nuhrs neuem Programm „Nuhr unter uns“ war angesichts von knapp 1300 Besuchern im voll besetzten Stadttheater-Festsaal Ironie pur.
Und die wurden erwartungsgemäß nicht enttäuscht: Zweieinhalb Stunden lang erzählte der jetzt 51-jährige Rheinländer keine simplen Witzchen oder machte primitiven Klamauk, sondern spielte, lediglich vor einem bläulich angestrahlten Vorhang stehend und von und durch nichts abgelenkt, mit dem Mittdenken seiner Zuhörer.
Von Fußball über Pleite-Banker bis hin zum Handy-Wahn
Er erwies sich dabei einmal mehr als ungemein aufmerksamer, sensibler Beobachter unserer bundesdeutschen Szenerie. Nuhr gab viel Hintergründiges und Hintersinniges, manchmal witzig, manchmal angemessen zynisch, von sich – so wie man es ja auch von seiner monatlichen ARD-Sendung „Satire-Gipfel“ her kennt. Die Bandbreite der Themen reichte dabei vom aktuellen Fußballgeschehen in Düsseldorf über den Handy-Wahn und das Komasaufen von Jugendlichen bis hin zu Spott über die tagtäglichen semi-dokumentarischen Formate im Privatfernsehen und – natürlich – gab es viel Häme für Griechenland und über Pleite-Banker.
Am Ende hatte Nuhr – nicht zum ersten Mal in Ingolstadt – erneut bewiesen, als was er schon seit über einem Jahrzehnt gilt: Nämlich als famoser Vermittler zwischen dem klassischen Kabarett und der neueren Stand-up-Comedy. Schön also, dass es Neue-Welt-Betreiber Walter Haber wieder gelungen ist, gleichsam als „Nachschlag“ zu den eigentlich ja bereits beendeten Ingolstädter Kabaretttagen, Dieter Nuhr auch 2012 hierher zu holen.