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Gutachten zur umstrittenen Gasturbine: Ostwind lässt Messungen abbrechen

Gutachten zur umstrittenen Gasturbine

Ostwind lässt Messungen abbrechen

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    Der Wind weht aus der falschen Richtung: Vereidigter Sachverständiger Dr. Rolf Schumacher (rechts) misst mit Kollegen des Ingenieurbüros Accon Robert Gerstbrein (Mitte) und Korbinian Grüner bei Johann Rauscher die Geräusche der Gasturbine in der Krautgasse.
    Der Wind weht aus der falschen Richtung: Vereidigter Sachverständiger Dr. Rolf Schumacher (rechts) misst mit Kollegen des Ingenieurbüros Accon Robert Gerstbrein (Mitte) und Korbinian Grüner bei Johann Rauscher die Geräusche der Gasturbine in der Krautgasse. Foto: Foto: Gloria Brems

    Gestern vor exakt einem Jahr hatte Richter Andreas Nikolaus den nächsten Schritt im Streit um die Gasturbine in der Krautgasse verkündet: Ein richterliches Gutachten solle klären, wie laut und vor allem wie lästig das Geräusch ist, das die Gasturbine erzeugt. Gestern – ein Jahr später – wurden die Messgeräte aufgebaut.

    Johann Rauscher, der gegen die Stadt Neuburg als Betreiber der Gasturbine vor Gericht gezogen war, ist erleichtert, dass nun endlich etwas vorwärts geht. Denn die Geschichte um die Gasturbine im Industriegebiet an der St.-Andreas-Straße scheint unendlich.

    Seit die Neuburger Stadtwerke vor rund drei Jahren die Gasturbine in Betrieb nahmen, sorgt sie für Ärger. Anwohner beklagten sich über ein hochfrequentes Pfeifen, wenn das Gas mit hohem Druck durch das Rohrsystem in der Übergabestation fließt, und die Entlüftung erzeugte brummende Geräusche. Dazu kamen technische Schwierigkeiten und immer wieder Nachbesserungsarbeiten vonseiten der Stadtwerke, auch was den Lärmschutz betraf. Aber für Familie Rauscher, deren Grundstück direkt an die Gasturbine grenzt, ist die Situation nach wie vor unerträglich. „Wir haben bereits Schallschutzfenster und ich bin durch die Werkstatt meines Mannes einiges an Lärm gewöhnt, aber dieser ständige Pfeifton macht einen wahnsinnig“, sagte Maria Rauscher damals vor dem Landgericht.

    Gestern sollte nun gemessen werden, bevor sich die beiden Parteien vor Gericht wieder gegenübertreten. Allerdings war die Messung beendet, bevor sie überhaupt richtig begonnen hatte. Der Ostwind machte dem vereidigten Sachverständigen Dr. Rolf Schumacher und Mitarbeitern aus einem Greifenberger Ingenieurbüro einen Strich durch die Rechnung. „Es nützt nichts. Die Geräusche der Turbine werden vom Wohnhaus weggetragen“, erklärte Schumacher den Abbruch. In den nächsten Wochen soll ein neuer Versuch gestartet werden. Aber ein weiteres Problem hat Johann Rauscher inzwischen ausgemacht. Die Gasturbine stört auch seine Stromversorgung, da ist sich der Neuburger sicher: „Alle elektrischen Geräte geben Geräusche von sich.“ Es habe einige Zeit gedauert, bis er darauf kam. „Alle Geräte haben gepfiffen, aber weil viele von ihnen schon recht alt waren, dachte ich, sie seien defekt“, erzählt er. Deswegen tauschte er sie aus: „Ich habe mir einen neuen Fernseher gekauft, aber auch der pfiff. Er hat beim Hersteller reklamiert und der habe alle Netzteile gewechselt. „Irgendwann wusste auch der Servicemitarbeiter nicht mehr weiter“, sagt Rauscher.

    Ein Licht ging ihm auf, als die Turbine einmal aus war. Da seien dann auch die Geräte ruhig gewesen. „Aber auf den Zusammenhang muss man erst mal kommen“, sagt Rauscher. Er habe bereits mit seinem Anwalt gesprochen: Die Klage wird erweitert. Und vermutlich wird ein weiteres Gutachten in Auftrag gegeben werden müssen. Doch jetzt muss erst einmal die Lärmmessung stattfinden. Fortsetzung folgt.

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