Dass ausländische Kinder wegen ihrer fehlenden Sprachkenntnisse im deutschen Schulsystem auf der Stecke bleiben, möchte der Landkreis Neuburg-Schrobenhausen mit einem Pilotprojekt an der Mittelschule in Neuburg/Donau ändern. In einer Sprachintensivklasse, kurz SIK, werden Kinder in einer Sonderklasse nach einem speziellen Lehrplan unterrichtet. Schwerpunkt ist der Deutschunterricht.
Am Nachmittag werden die Kinder verschiedener Nationalitäten wie in einer Ganztagsklasse betreut. Ein Lehrer hilft bei Hausaufgaben, die Schüler lernen christliche und fremdländische Traditionen kennen. Sport, Werken und Besuche bei Vereinen gehören ebenfalls zum Programm.
Der dritte Baustein der SIK ist die Elternschule. Für die Mütter der Schüler ist der Besuch des Deutschunterrichtes verpflichtend. Bei besonderen Elternabenden wird das deutsche Schulsystem erklärt und dargelegt, wie die Eltern ihr Kind in der Schule unterstützen können. Mehmet Nehir, eine Lehrkraft der Klasse, besucht die Eltern sogar zu Hause und hilft bei Problemen.
„Mit diesem Projekt ist Neuburg ein Vorbild“, sagte Martin Neumeyer, Integrationsbeauftragter der Bayerischen Staatsregierung gestern Nachmittag bei der offiziellen Vorstellung des seit September dieses Jahres laufenden Projektes.