Neuburg Der Eurofighter steht vor seiner ersten transatlantischen Verlegung. Ziel ist die Eilson Air Force Base bei Fairbanks im 8000 Kilometer entfernten Alaska. Dort findet eine der hochwertigsten Übungen der Nato statt. Ihr Name: „Red Flag“. Zwischen 70 und 80 Kampfflugzeuge, dazu Hubschrauber, Transport- und Tankflugzeuge von Luftwaffen aus der Nato sowie befreundeter Staaten werden dort zweieinhalb Wochen lang hoch komplexe Szenarien proben, mit der die Allianz konfrontiert werden könnte. Mit dabei auch acht Eurofighter aus dem Jagdgeschwader 74 in Neuburg .
Insgesamt zählen 167 Soldaten und Zivilisten aus dem JG 74 zur 241 Mann starken deutschen Einheit. Die acht Kampfflugzeuge aus Neuburg werden Ende dieser Woche zunächst zum Eurofighterverband ins nordrhein-westfälische Nörvenich fliegen. Von dort aus geht es am kommenden Montag in fünfeinhalb Stunden nach Goose Bay in Kanada. Nach diesem Zwischenstopp folgt der achteinhalbstündige Flug zum Ziel in Alaska. Das Hauptkommando tritt am Freitag, 18. Mai, die Reise an.
Mit über den großen Teich müssen auch 250 Tonnen Material, der Großteil davon kommt aus Neuburg. Ein Teil davon ist auf dem Seeweg schon unterwegs. Vor rund drei Wochen wurden über 30 Container im Jagdgeschwader auf Lkw verladen und nach Bremerhaven gefahren. Der Rest wird mit Transportflugzeugen nach Alaska geflogen.
Auch der Kommodore ist erstmals bei „Red Flag“ dabei
Für den Eurofighter stellt die erste transatlantische Verlegung eine Herausforderung dar. „Mal sehn’, wie wir da rüber kommen“, ist Neuburgs Kommodore Oberst Andreas Pfeiffer schon einmal gespannt, ob alles gut verlaufen wird. Die Teilnahme an „Red Flag“ stellt dann nicht nur für das neue Waffensystem, sondern auch für ihn selbst eine Premiere dar. Pfeiffer war zwar schon bei vielen Übungen dabei, an einem so außergewöhnlich bedeutenden Manöver der Nato aber noch nicht. „Die sind mittlerweile sehr selten geworden“, erklärt der Oberst. Für jeden Piloten allerdings ist das Dabeisein ein besonderer Höhepunkt seiner Karriere.
Vor dem eigentlich Hauptmanöver, an dem unter anderem auch die Vereinigten Staaten, Japan und Polen mit ihren Waffensystemen teilnehmen, findet in Alaska noch eine Vorübung („Distant Frontier“) statt. Insgesamt sind die Neuburger Soldaten und Zivilisten, die an der Übung in Alaska teilnehmen, sechseinhalb Wochen unterwegs. Die Rückkehr ist für den 26. Juni geplant.